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Heidelberger Druckmaschinen denkt über Investition in China nachDPA-Datum: 2004-06-29 08:06:35

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck < HDD.ETR > prüft ein Engagement in China und anderen Ländern. Eine Projektgruppe untersuche derzeit, ob im Ausland Technologien nach deutschem Maßstab zu niedrigeren Löhnen produziert werden könnten, sagte der Vorstandschef der Heidelberger Druckmaschinen AG, Bernhard Schreier, am Montagabend vor dem "Club der Kurpfälzischen Wirtschaftsjournalisten". Anfang 2005 werde über eine Investition entschieden.

HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck < HDD.ETR > prüft ein Engagement in China und anderen Ländern. Eine Projektgruppe untersuche derzeit, ob im Ausland Technologien nach deutschem Maßstab zu niedrigeren Löhnen produziert werden könnten, sagte der Vorstandschef der Heidelberger Druckmaschinen AG, Bernhard Schreier, am Montagabend vor dem "Club der Kurpfälzischen Wirtschaftsjournalisten". Anfang 2005 werde über eine Investition entschieden.

Nach Schreiers Worten ist zunächst allerdings nicht daran gedacht, im Ausland große Druckmaschinen zu produzieren. Diese Aufgabe werde in den kommenden zehn bis 15 Jahren weiter im Wieslocher Werk ausgeführt, weil das erforderliche Fachwissen nicht transferierbar sei. "Aber es wird auch andere Produkte geben, die diese Länder brauchen, die China braucht, die Indien braucht, die man gut im eigenen Land herstellen kann, und darum wollen wir uns kümmern", sagte Schreier.

In China hätten Infrastruktur und Zulieferindustrie ein Niveau erreicht, das das Wagnis rechtfertige, erste Ansätze für eine Montage zu machen. "Das müssen nicht gleich ganze Druckmaschinen sein, das könnte auch was im Weiterverarbeitungsbereich sein, es geht nur darum, Erfahrungen zu sammeln, ob man in dieser Region überhaupt einen Gesamtprozess - das heißt Teilefertigung plus Montagen - entsprechend etablieren kann", erläuterte Schreier. Als Beispiele für Weiterverarbeitung nannte er allgemein Maschinen für das Falzen, Schneiden oder Binden. Konkrete Angaben wollte er mit Rücksicht auf einen möglicherweise in Deutschland betroffenen Standort nicht machen.

'PROBLEM: DIE HERSTELLKOSTEN'

"Wir haben ein riesiges Problem: Die Herstellkosten", sagte Schreier. Da das technologische Niveau der Hersteller sich immer mehr angleiche, müsse man die Kosten senken, um am Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Deshalb müsse man nach alternativen Produktionsorten suchen.

Heidelberg will nach Verlusten und einem umfassenden Konzernumbau im Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) auf die Erfolgsspur zurückkehren. Das Ergebnis nach Steuern soll nach tiefroten Zahlen vom Vorjahr im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Die Print-Medien-Industrie stehe vor einer spürbaren Belebung, hatte Schreier Anfang Juni gesagt.

Die Erlöse für das Gesamtjahr sollen nach dem Verkauf der beiden verlustreichen Sparten Digital- und Rollenoffsetdruck bei rund 3,15 Milliarden Euro liegen. Das wäre auf vergleichbarer Basis ein Plus von fünf Prozent. Im Geschäftsjahr 2003/04 fiel der Umsatz auf 3,66 Milliarden Euro von 4,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres lag die Zahl der Beschäftigten weltweit bei knapp 22 800 nach fast 24 200 im Vorjahr. Bis Jahresende soll sie weltweit bei 18 500 liegen./

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