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Heidelzement korrigiert Prognose für 2000 nach unten

Das Unternehmen musste die im Juni angekündigte Umsatzsteigerung nach unten korrigieren.

Reuters FRANKFURT. Der Baustoffhersteller Heidelberger Zement AG hat nach einem schwächeren Wachstum in zweiten Quartal seine Prognosen für deas Gesamtjahr 2000 nach unten korrigiert. Der Umsatz solle in diesem Jahr statt der bisher erwarteten fünf bis acht Prozent nur noch um vier Prozent zulegen, sagte Firmenchef Rolf Hülstrunk am Montag in Frankfurt. Auch beim Ergebnis korrigierte Hülstrunk die Ziele nach unten. Für das erste Halbjahr wies das Unternehmen leichte Zuwächse beim Umsatz und Ertrag aus. Heidelzement teilte zudem mit, der Verkauf der Ziegelsparte von Optiroc stehe kurz bevor. Das Joint Venture mit der Salim-Gruppe in Indonesien solle Anfang 2001 an den Start gehen.

Im ersten Halbjahr sei das Ergebnis vor Steuern unter anderem durch ein weiter negatives Finanzergebnis um 9,3 % gesunken, teilte Hülstrunk weiter mit. Allerdings sei dies durch eine kräftig gesunkene Steuerlast wieder ausgeglichen worden, so dass der Überschuss um 2,2 % auf 142 Mill. Euro gestiegen sei. Nachdem das milde Winterwetter im ersten Quartal noch eine überdurchschnittliche Zunahme des Umsatzes um 7,7 % ausgelöst habe, seien die Erlöse im gesamten Halbjahr aber nur noch um 3,3 % auf 3,2 Mrd. Euro gewachsen.

Heidelzement hatte 1999 durch massive Zukäufe den Umsatz um 64 % auf 6,4 Mrd. Euro nach oben getrieben. "Die nun notwendige interne Neuausrichtung wird keinen Zwischenstopp in der Weiterentwicklung des Unternehmens auslösen", betonte Hülstrunk. Heidelzement werde auch weiterhin zukaufen, aber dabei in den nächsten Jahren sehr wählerisch vorgehen. Beim Betriebs-Cashflow rechnet Hülstrunk nun mit einem Zuwachs in diesem Jahr von mindestens zehn Prozent, nachdem auf der Hauptversammlung im Juni noch eine Steigerung von rund 15 % vorhergesagt worden war. Das Ergebnis je Aktie solle 2000 stabil bleiben. In den nächsten Jahren werde die Rückführung der hohen Verbindlichkeiten vorrangig seien.

Bei dem im April angekündigten Verkauf der Tonziegelsparte der schwedischen Tochter Optiroc sei inzwischen mit der österreichischen Wienerberger-Gruppe eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, teilte Heidelberger weiter mit. Die für Januar 2001 geplante Veräußerung habe ein Volumen von rund 60 Mill. Euro und umfasse die gesamte Optiroc-Ziegelsparte. Nun stehe noch der Verkauf des deutschen Speditionsbereichs bevor.

Auch bei der Expansion in Asien und Afrika sei Heidelzement weiter vorangekommen, sagte Hülstrunk. Bei dem indonesischen Zementhersteller Indocement könne die Beteiligung nach der noch ausstehenden Zustimmung der dortigen Regierung bis zum Beginn des nächsten Jahres in ein Joint Venture mit der Salim-Gruppe eingebracht werden. In Afrika habe Heidelzement in Gabun ein weiteres Zementwerk mehrheitlich erworben.

An der Börse in Frankfurt notierten die Aktien des nach eigenen Angaben weltweit drittgrößten Baustoffherstellers am Montagmittag mit 1,06 % im Minus bei 60,50 Euro.

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