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Heidfeld auf dem Fahrerkarussell

Hockenheim (dpa) - Nick Heidfeld steht schon wieder vor einer ungewissen Zukunft in der Formel 1. Nach der geplatzten Testfahrt im Williams-BMW war der Mönchengladbacher ein wenig ratlos.

Hockenheim (dpa) - Nick Heidfeld steht schon wieder vor einer ungewissen Zukunft in der Formel 1. Nach der geplatzten Testfahrt im Williams-BMW war der Mönchengladbacher ein wenig ratlos.

«Es ist schon ärgerlich, dass es nicht geklappt hat. Aber es zeigt doch, dass ein gewisses Interesse da ist», sagte Heidfeld und hofft auf bessere Zeiten in der Formel 1. Noch immer träumt der 27-Jährige von einem Cockpitplatz in einer Topmannschaft. «Wir sind nach wie vor in Gesprächen mit mehreren Teams. Wir versuchen das in Ruhe zu machen und nicht viel nach Außen zu tragen. Dann werden wir mal sehen, was dabei heraus kommt.»

Nach der Odyssee des Vorjahres, die den Piloten kurz vor Saisonbeginn zu Jordan führte, denkt Heidfeld auch diesmal nicht daran, den Kopf in den Sand zu stecken. Obwohl sein Teamchef Eddie Jordan den Test bei Williams-BMW mit seiner Ablöseforderung platzen ließ und ihm damit eine große Chance verbaute, will sein Angestellter in gewohnter Manier Vollgas geben. Heidefeld: «Probleme mit der Motivation gibt es nicht. Es ist immer der falsche Schritt zurückzustecken.»

Schließlich kann sich Heidfeld auch beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim für höhere Aufgaben empfehlen. «Ich denke, meine guten Leistungen sind schon aufgefallen», sagte er vor seinem 79. Grand Prix. Mit dem unterlegenen Jordan holte er drei WM-Punkte, einen Zähler mehr als sein Teamkollege Timo Glock. Der Jordan-Pilot aus Wersau durfte allerdings bisher nur ein einziges Rennen bestreiten. In der neuen Saison will er vom «Freitagsfahrer» zum richtigen Grand-Prix-Piloten aufsteigen. «Wir sind mit der Planung schon ziemlich weit. Aber jeder weiß, dass sich in der Formel 1 alles ganz schnell ändern kann», sagte Glock. Mit einem Arbeitsplatz bei den Hinterbänklern Minardi, Jaguar oder Jordan wäre Glock zufrieden.

Heidfelds Ansprüche sind da schon höher. Schließlich hat Williams-BMW offiziell noch zwei Arbeitsplätze zu vergeben. Einer ist jedoch für den Australier Mark Webber reserviert. Bei Toyota ist eine Stelle neben Ralf Schumacher zu besetzten. Bei Renault wird ein Sitz neben dem Spanier Fernando Alonso frei, denn der Italiener Jarno Trulli muss wohl gehen. Der Italiener Giancarlo Fisichella soll sein Nachfolger werden. Neben Heidfeld und Trulli buhlt auch noch der Schotte David Coulthard um einen Arbeitsvertrag. Und mit den früheren Weltmeistern Jacques Villeneuve und Mika Häkkinen liebäugeln zwei Formel-1-«Rentner» mit ihrer Rückkehr. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Nick Heidfeld für BMW ein Thema ist», erklärte Hans-Joachim Stuck. Ein Vertrag bei Jaguar oder sogar die Rückkehr zu seinem letztjährigen Arbeitgeber Sauber scheinen wahrscheinlicher - falls Heidfeld nicht schon wieder zwischen allen Stühlen sitzt.

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