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Heidfelds Chancen bei Williams gestiegen

Mit vorsichtigem Optimismus ist Nick Heidfeld von seinen Bewerbungsfahrten um das zweite Cockpit bei Williams-BMW für die Formel-1-Saison 2005 zurückgekehrt.

dpa JEREZ. Mit vorsichtigem Optimismus ist Nick Heidfeld von seinen Bewerbungsfahrten um das zweite Cockpit bei Williams-BMW für die Formel-1-Saison 2005 zurückgekehrt.

"Es fällt mir schwer, meine Chancen einzuschätzen. Ich denke aber, sie sind nach den Tests gestiegen", sagte der Mönchengladbacher nach seinen zweitägigen Testfahrten in Jerez der dpa. Schon in wenigen Tagen kann der 27-Jährige an gleicher Stelle erneut den Verantwortlichen von Williams und BMW sein Können beweisen.

"Es hat viel, viel Spaß gemacht", meinte Heidfeld. "Ich hatte mich schon vorher riesig auf die Testfahrten gefreut." Bei seinen rund 190 Runden, die er im Fw26 auf dem Kurs in Andalusien drehte, machte er beste Werbung in eigener Sache. "Er hat sehr beeindruckt, war konstant schnell und hat keine Fehler gemacht", lobte Williams' Technischer Direktor Sam Michael den Deutschen.

Bei wechselhaften Bedingungen und meist nasser Piste ließ "Quick Nick" am zweiten Testtag seinen direkten Kontrahenten um das noch freie Williams-Cockpit alt aussehen. Der 27-Jährige nahm dem Brasilianer Antonio Pizzonia zwischen einer halben und einer Sekunde pro Runde ab. Heidfelds Stärke auf nasser Strecke war für viele Beobachter nicht überraschend. Da aber Vergleichsdaten auf trockener Strecke fehlen, kommt es in Jerez zu einem zweiten Duell zwischen Heidfeld und Pizzonia.

Als es während der ersten Tests abtrocknete, rollte Pizzonia mit einem Getriebeproblem an die Box. Kaum war das Problem gelöst, musste Heidfeld zuschauen. Dann stoppte ein Motor-Defekt erneut seinen Rivalen. Heidfeld dagegen war zum Schluss wieder auf der Strecke und erzielte mit 1:22,430 Minuten die zweitschnellste Zeit auf dem 4,428 km langen Kurs; er lag nur vier Zehntelsekunden hinter dem Tagesschnellsten Jacques Villeneuve im Sauber.

"Ich bin sehr positiv aufgenommen worden. Auch mit Antonio Pizzonia herrschte eine offene und gute Atmosphäre", sagte Heidfeld. Der in der Schweiz lebende Mönchengladbacher, der nach seinen Engagements bei Prost, Sauber und zuletzt Jordan endlich auf einen Vertrag bei einem Spitzenteam hofft, merkte schnell die Unterschiede zu seinen bisherigen Arbeitgebern: "Der größte Unterschied sind die finanziellen Möglichkeiten, woraus sich alles andere ergibt." Bei Williams-BMW werde mit einem viel größeren Personal- und Technikaufwand gearbeitet. "Alles ist durchgeplanter und durchstrukturierter." Und der Wagen sei im Vergleich zu seinem letzten Dienstauto von Jordan "in allen Bereichen deutlich besser."

BMW würde Heidfeld gern im Cockpit sehen. Williams tendierte bisher zu Pizzonia als zweitem Fahrer neben dem Australier Mark Webber. Der Brasilianer hat bereits Tausende Testkilometer und vier Renneinsätze in der vergangenen Saison hinter sich, in denen er den lange Zeit verletzten Ralf Schumacher ersetzt hatte. Doch Heidfeld soll in jedem Fall eine Anstellung bekommen. Wenn nicht als Stammfahrer, dann als Testpilot. "Die Chancen für Nick", sagte Williams-Mann Sam Michael, "stehen sehr gut." Die Rolle des Testfahrers ist für Heidfeld "keine schlechte Sache, doch lieber ist es mir, den richtigen Job zu bekommen."

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