Heidfelds letzte Bewährungschance
„Quick Nick“ rast ins Jordan-Cockpit

Der Mönchengladbacher Formel-1-Pilot Nick Heidfeld hat es doch noch geschafft. Über den Umweg bei Jordan-Ford will sich der 26-Jährige nun endlich für ein Top-Team empfehlen. Doch gute Platzierungen herauszufahren, scheinen bei einem derart kleinen Team nur sehr schwer möglich.

HB HAMBURG. Nachdem sein Vertrag bei Sauber nicht verlängert wurde, stand die Zukunft von Nick Heidfeld lange auf des Messers Schneide. Erst in letzter Minute sicherte sich "Quick Nick" einen Platz im Starterfeld des Formel-1-Zirkus, dessen Zusammenarbeit im Sauber-Stall nach drei Jahren nicht mehr verlägert wurde. "Ein Riesenstein ist mir da vom Herzen gefallen. Es war eine schwierige Zeit, auch voller Selbstzweifel", blickte der Mönchengladbacher nach dem Abschluss mit dem Jordan-Team zurück.

"Ich wollte unbedingt in der Formel 1 bleiben. Hätte es bei Jordan nicht geklappt, hätte ich versucht, einen Platz als Testfahrer zu bekommen oder ein Cockpit für 2005", sagte "Quick Nick". Für den Fachabiturienten, der sich gerne den Film "Drei Engel für Charlie" anschaut, wird die Saison 2004 deshalb zum Gradmesser. Einst galt er als Mercedes-Junior und McLaren-Testpilot als Mann mit großer Zukunft. In seinem fünften Formel-1-Jahr steht er jedoch unter enormem Druck. Er muss sich und vor allem den anderen Teams etwas beweisen.

67 Formel-1-Rennen hat der Mönchengladbacher seit seinem Debüt 2000 in Australien im Prost-Team gefahren. 25 WM-Punkte hat er in dieser Zeit gesammelt. Nur ein einziges Mal in seiner Karriere stand er als Dritter beim Großen Preis von Brasilien 2001 auf dem Podium. Für den letztjährigen WM-14. wird es schwer, beim kleinen Jordan-Team eine Top-Platzierung herauszufahren.

"Prognosen sind immer schwer abzugeben und dass keiner von uns erwartet, die großen Vier, also Ferrari, Williams, McLaren und Renault zu überholen, ist klar. Aber so wie ich die Dinge sehe, könnte ich mir vorstellen, die anderen Werksteams ärgern zu können und unter den "Privatiers" einen Spitzenplatz einzunehmen. Das muss das Saisonziel sein", kündigte er an.

Der WM-Siebte des Jahres 2001 will im Jordan-Ford mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen und sich endlich für ein Top- Team empfehlen. Als Achtjähriger begann Heidfeld seine Motorsport- Karriere im Kart. Über Nachwuchsserien kam er in die Formel 3000, wurde im Jahr 1999 Meister und heuerte als Testfahrer bei McLaren - Mercedes an. Bei Jordan steht er nun am Scheideweg.

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