Heil im Wachstum suchen
Baader setzt Einkaufstour fort

Der defizitäre Münchener Wertpapierhändler Baader setzt seine Einkaufstour fort und übernimmt zum 2. Juni rund 140 Orderbücher (Skontren) des Konkurrenten 886 GmbH.

HB/Reuters MÜNCHEN. Vor der Transaktion habe Baader mit 213 Mitarbeitern mehr als 30.700 Skontren an den Börsen Berlin-Bremen, Frankfurt, München und Stuttgart betreut, teilte die im Prime Standard gelistete Gesellschaft am Montag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Eine Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation schloss weitere Zukäufe nicht aus. Die Baader Wertpapierhandelsbank werde sich auch in Zukunft an der Konsolidierung der Branche beteiligen. "Wir halten die Augen offen", sagte sie.

Zu Jahresbeginn hatte Baader bereits die Übernahme des aktiven Aktienhandels an der Präsenzbörse vom kleineren Konkurrenten Gebhard & Schuster angekündigt. Im Februar war dann der Kauf der Frankfurter Spütz Börsenservice GmbH gefolgt, die mehrere zehntausend Orderbücher betreute.

Durch die Übernahmen der Skontren an der Frankfurter Börse habe Baader in den ersten vier Monaten den Marktanteil verdoppelt, erläuterte der Wertpapierhändler. Im April sei das Unternehmen im monatlichen Umsatzvergleich auf Rang zwei von zuvor Platz acht geklettert.

Entfacht durch die schwindende Bedeutung des Parketthandels zu Gunsten des elektronischen Handels befindet sich die Maklerbranche seit Jahren in der Konsolidierung. Während Unternehmen wie Baader ihr Heil im Wachstum suchen, lagen beim Konkurrenten Nols auch schon Auflösungspläne auf dem Tisch. Bei Kling Jelko und Schnigge mussten Insolvenzverfahren eingeleitet werden.

Vor dem Hintergrund der Börsenflaute hatte Baader im Auftaktquartal 2003 im gewöhnlichen Geschäft den Verlust auf 2,4 (Vorjahr 1,7) Mill. ? ausgeweitet. Die Baader-Aktie notierte am Vormittag mit 1,92 Euro um 1,5 Prozent im Minus.

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