Heimische Medien fordern Rauswurf
Advocaat am Pranger

Eine Mannschaft gespickt mit international erfahrenen und hochklassigen Akteuren, eine gut gespielte Qualifikation, sowie eine hoffnungsvolle Vorbereitung auf das Turnier in Portugal. Aber eine Einheit bildet das Team der Niederlande immer noch nicht. Und dann die taktischen Entscheidungen von Bondscoach Dick Advocaat, die einen Sturm des Protestes bei den Fans der Oranjes auslöste. Nun scheint die Kritik überzukochen.

ALBUFEIRA. Der angekündigte Auftritt einer tschechischen B- Elf gegen Deutschland lässt die Fußball-Stars der Niederlande zumindest nach außen erstaunlich kalt. Zu bösen Worten oder den erwarteten Betrugsvorwürfen lässt sich im Luxusquartier der "Oranjes" niemand hinreißen. Das Durcheinander im eigenen Team erhitzt hingegen weiter die Gemüter. "Es ist natürlich frustrierend, aber wir können nichts machen, nur hoffen, unser eigenes Spiel in Ordnung bringen und endlich gewinnen", beschrieb Mittelfeldmann Edgar Davids bei einer Pressekonferenz am Montag in Albufeira die schwierige Ausgangslage.

Während Gruppensieger Tschechien im letzten Spiel der Vorrunde am Mittwoch gegen die DFB-Auswahl seine Spitzenspieler um Pavel Nedved und Tomas Rosicky bereits schonen kann, haben die Niederländer auch vor ihrem womöglich letzten Auftritt gegen Lettland bei der für sie zu einer Chaos-Kampagne missratenen EM in Portugal immer noch keine Einheit gefunden. "Hoffentlich haben wir nicht das gleiche Schicksal wie Spanien. Mit einer Mannschaft voller guter Spieler zu scheitern, wäre schrecklich", sagte der beim FC Barcelona aktive Giovanni van Bronckhort. Sollten die tschechischen Reservisten verlieren, wären die Niederlande in jedem Fall ausgeschieden.

Im Zentrum der langsam zu einem nationalen Proteststurm anschwellenden Kritik steht weiter Cheftrainer Dick Advocaat. Unverhohlen fordern die heimischen Medien mittlerweile den Rauswurf des Bondscoachs. Das "Algemeen Dagblad" zeigte am Montag ein Bild des 56-Jährigen mit der Überschrift "Auswechseln". Das Blatt spielte damit auch auf den massiv kritisierten Austausch des beim 2:3 gegen Tschechien am Samstag überragenden Arjen Robben an. In der Zeitung "de Volkskrant" wurde gar ein einberufenes "Volksgericht" zur Aburteilung des wegen seiner erklärten Liebe zum Defensivfußball verachteten Advocaats ausgemacht.

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