Heinz triumphiert - endlich
Schöne Grüße an die Bundesliga

Marek Heinz lässt Tschechien jubeln. Der in der in der Vergangenheit im Verein oft glücklose Offensivspieler zeigt sein wahres Gesicht in Form von guter Leistung in der Nationalmannschaft.
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BERLIN. Triumphierend drehte der Spieler mit der Nummer 18 ab, ließ sich Sekunden später von den Kameraden herzen und umarmen. Eingewechselt zu werden und dann kurz vor Schluss das Siegtor zu schießen - das weckt in einem Fußballer Glücksgefühle der besonderen Art. Mit solch einem Jubel kann man dem Trainer auch zeigen, dass er einen vielleicht zu Unrecht auf die Bank gesetzt hat.

Marek Heinz hatte beim Spiel gegen Lettland auf Tschechiens Auswechselbank ausharren müssen. 56 Minuten lang musste er zusehen, wie sich seine Mannschaft mühte, die Letten, vermeintlich das harmloseste Team dieser EM, in den Griff zu kriegen. Dann endlich entschloss sich Tschechiens Trainer Karel Brückner angesichts des 0:1-Rückstandes zur massiven Offensive. Marek Heinz wurde aufs Feld geschickt. Der Mann von Banik Ostrava dankte es ihm mit dem Siegtor zum 2:1. "Ich hatte nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel tatsächlich verlieren würden", sagte Heinz später.

Das Tor war für ihn vielleicht auch ein Signal in Richtung Bundesliga. Dort hatte er sich beim Hamburger SV und - als ihn die Hanseaten partout nicht mehr wollten - noch ein halbes Jahr bei Arminia Bielefeld versucht. Den Durchbruch hat er dabei allerdings nie geschafft. Im Gegenteil. Die Mannschaftskameraden empfanden am Ende sogar Mitleid mit Heinz. Bielefelds damaliger Kapitän Bastian Reinhardt stellte in einem Interview mit dem "Kicker" fest: "Marek haben sie in Hamburg psychisch irgendwie gebrochen. Er macht sich nach schlechten Aktionen fertig, grübelt, statt sich den Ball wieder zu holen."

Als Marek Heinz im Sommer 2000 von Sigma Olomouc nach Hamburg kam, wurde der Transfer überschwänglich gefeiert. Ein Riesenfußballer, vor allem technisch versiert, sei da gekommen, hieß es. Doch im Konkurrenzkampf der Bundesliga fand sich Heinz nicht zurecht. Schnell galt er als Sensibelchen, wurde zum Einzelgänger, seine Leistungen wurden immer dürftiger. Irgendwann hielt es Marek Heinz nicht mehr aus. Er, der Stille, der Ruhige, der Angepasste, machte Mitte April 2002 seinem aufgestauten Ärger Luft. "Ich muss hier weg", grollte er und klagte, HSV-Trainer Kurt Jara rede ja nicht einmal mehr mit ihm. Bei derlei Aufgeregtheiten seines Mandaten griff sogar Dalibor Lacina, der Berater von Heinz, schlichtend ein. "Er ist ein sehr emotionaler Mensch, er sollte mehr die Ruhe bewahren", bat Lacina um Verständnis.

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