Heinz wird als Übernahmekandidat attraktiv
H. J. Heinz: Weniger ist mehr

Seit 1998 war mit der Aktie des weltweit größten Ketchup-Herstellers H. J. Heinz kein Geld zu verdienen. Der Grund: Heinz arbeitet fast ausschließlich in den weit gehend gesättigten Bereichen der Nahrungsmittelindustrie, die nur noch verhaltenes Wachstum versprechen.

DÜSSELDORF. Die Ertragszuwächse in den Neunzigerjahren waren denn auch mehr der Kostensenkung als Verkaufszuwächsen zu verdanken. In den vergangenen Jahren stagnierte der Gewinn sogar wegen des unvorteilhaften Produktmix.

Während sich das Geschäft mit Ketchup und Tiefkühlkost erfreulich entwickelte, blieben die Sparten Thunfisch, Babynahrung und Tierfutter ertragsschwach. Heinz wurde deshalb an der Börse zu recht als Unternehmen mit geringem Wachstumspotenzial wahrgenommen. Entsprechend niedrig ist die Bewertung der Aktie: Auf Basis des für 2003 erwarten Gewinnes werden die Titel mit einem KGV von 15 bewertet. Das ist ein erheblicher Abschlag gegenüber anderen US-Nahrungsmittelherstellern, deren Gewinnbewertung mitunter 30 Prozent höher liegt.

Dieser Abstand könnte sich demnächst verringern. Denn Heinz hat sich endlich zu einem aktiven Management seiner Marken und Produkte entschieden. Als ersten Schritt will sich der Vorstand von wachstumsschwachen Bereichen trennen. Die Sparten Thunfisch und Tierfutter gehen an Del Monte. Im Gegenzug gibt es für jede Heinz-Aktie 0,45 Anteilsscheine von Del Monte. Der Deal bringt beiden Unternehmen sowie ihren Aktionären Vorteile. So sollte Heinz ohne Thunfisch und Tierfutter den Rückgang beim Gewinn pro Aktie und bei der Dividende auffangen können. Das dürfte dem Kurs helfen. Del Monte wird seinen Umsatz auf mehr als drei Milliarden Dollar verdoppeln. Ein Jahr nach der Ausgliederung soll nach den Hoffnungen von Heinz das Gewinnwachstum auf acht bis zehn Prozent steigen. Vor allem zusätzliche Anstrengungen im Marketing sollen das Umsatzwachstum dann auf drei bis vier Prozent pro Jahr hieven. 2001 stieg der Gesamtumsatz nur marginal um 0,2 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar. Damit eignet sich Heinz als Turn-around-Spekulation in einem konservativen Branchenumfeld.

Die neue Strategie macht Heinz jetzt aber auch als Übernahmekandidat attraktiv. Die 14 Milliarden Dollar Börsenwert wären für einen Nahrungsmittelmulti wie Kraft Foods oder Unilever gewiss ohne größere Probleme zu verdauen.

Quelle: WirtschaftsWoche

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