Heiße Phase steht bevor
Tauziehen um Bundesmittel für Transrapid

Wenige Tage vor Abgabe entscheidender Gutachten zum Bau einer ersten kommerziellen Transrapid-Strecke in Deutschland geben sich die beiden Anwärter Bayern und Nordrhein-Westfalen betont optimistisch.

dpa BERLIN/MÜNCHEN/DÜSSELDORF. An diesem Freitag oder am Montag kommender Woche sollen die vom Bundesverkehrsministerium vor einem Jahr in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudien vorgelegt werden. Damit geht das Tauziehen um die Fördersumme des Bundes von rund 2,3 Mrd. Euro (knapp 4,5 Mrd. DM) in die heiße Phase.

Nach offiziell nicht bestätigten Presseberichten sollen die Gutachter beide Projekte, die noch im Rennen sind, als technisch und wirtschaftlich machbar und förderungswürdig einstufen. Damit spricht vieles für eine Aufteilung der Bundessumme. Einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach bereits feststehen soll, dass die Strecke in Nordrhein-Westfalen mit 2 Mrd. Euro und die in Bayern mit 300 Mill. Euro gefördert werden soll, bezeichnete ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag als "Quatsch".

Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) kritisierte: "Die Zahlen stammen wohl aus der Öffentlichkeitsarbeit interessierter Kreise aus Nordrhein-Westfalen, die durch derartige Spekulationen die Öffentlichkeit von problematischen Punkten des Projektes Metrorapid ablenken wollen." Mit 300 Mill. Euro Bundesmittel dürfte sich Bayern kaum zufrieden geben. Noch vor wenigen Monaten hatte Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) gesagt, der Freistaat werde sich nicht mit einer Milliarde DM zufrieden geben. Im nordrhein- westfälischen Ministerium hieß es, über die Verteilung der Bundesmittel herrsche noch keine Klarheit.

Bayern und Nordrhein-Westfalen liefern sich seit Monaten ein Rennen um den Bau der Transrapid-Strecke. In Nordrhein-Westfalen soll die Magnetschnellbahn unter dem Namen Metrorapid zwischen Dortmund und Düsseldorf schweben. Mit Kosten von 3,4 Mrd. Euro wäre die Strecke etwa doppelt so teuer wie die in München. Dort soll der Transrapid die Innenstadt mit dem Flughafen verbinden. Die Länder wollen die Projekte möglichst bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertig haben.

"Wir gehen davon aus, dass eine positive Entscheidung für eine Rhein-Ruhr-Strecke zwischen Düsseldorf und Dortmund fällt", sagte der Düsseldorfer Verkehrs-Staatssekretär Jörg Hennerkes mit Blick auf die Machbarkeitsstudie. Auch Bayern rechnet sich gute Chancen für das Prestigeprojekt aus. "Es würde uns nicht überraschen, wenn wir zum Zug kommen", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Im Verkehrsministerium hieß es, die Studien müssten zunächst eingehend geprüft und finanzpolitisch bewertet werden. Dann werde zeitnah geklärt, an wen die Mittel fließen sollen. Noch ist unklar, ob das Geld als zinsloses Darlehen oder als Zuschuss - eventuell mit Beteiligung an eventuellen Gewinnen - gezahlt wird.

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