Heiße Wahlkampfdiskussionen
Wie „Condi“ Vizepräsidentin werden könnte

Bei den Republikanern ist das Feld bestellt. Aber nicht alle Konservativen sind mit John McCain als Präsidentschaftskandidat zufrieden. Sie setzten nun auf die Ernennung eines möglichen Vize-Präsidenten. Dabei bergen die Gerüchte um den Running-Mate echte Überraschungen. Eine Blog-Schau.

DÜSSELDORF. Die Entscheidung ist wohl gefallen, die Debatte aber hat erst begonnen. Amerikas Konservative diskutieren sich die Köpfe heiß, nachdem Mitt Romney aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ausgeschieden ist. „Es wird noch ein langer, steiler Weg für John McCain sein, die Herzen und die Unterstützung aller Republikaner zu gewinnen“, prophezeit Susan Davis im Wall-Street-Journal.

Auch im konservativen Forum „The Urbanconservative“, sonst eine Bastion der Republikaner, wird über die „liberalen Überzeugungen“ McCains geschimpft. In Kommentaren auf der gleichen Seite ist von einer „Albtraumsituation“ die Rede, in der sich die Republikaner nach dem Rückzug von Mitt Romney befinden. Der ebenfalls für seine stramm konservativen Überzeugungen bekannte Radio-Moderator Rush Limbaugh fürchtet: „McCain wird es nicht schaffen, die konservativen Stammwähler im Süden, die bisher Romney unterstützt haben, auf seine Seite zu ziehen. Er überzeugt einfach nicht.“ Der Senator aus Arizona sei eine „Gefahr für die Republikanische Partei“.

Viele Romney-Anhänger scharen sich nun hinter Mike Huckabee, dem letzten Rivalen McCains auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur. Einige Beobachter glauben aber, dass Huckabee nur aus taktischen Gründen noch im Rennen um die Kandidatur bleibt. „Je länger das Duell dauert, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt McCain“, schreibt John Howard in seinem New-York-Times-Blog. „Alles was McCain jetzt nicht gebrauchen kann, ist ein schnelles Ende der Kampagne. Er muss weiter durchs Land reisen und seine Botschaft verbreiten können.“ Das funktioniere nur mit Gegenkandidat. Als Dankeschön für sein langes Durchhalten, so spekuliert Howard, würde Huckabee am Ende als McCains Running-Mate ins Rennen ziehen, im Falle eines republikanischen Wahlsiegs also Vize-Präsident werden.

Damit verlagert sich bei den Republikanern die Diskussion weg von der Frage des Präsidentschaftskandidaten hin zu möglichen Kandidaten für das Vizepräsidentenamt. Ein halbes Dutzend Vorschläge werden erwogen. „Es ist offensichtlich, dass Huckabee McCains Vizepräsident werden möchte“, heißt es im Blog der NYT. Ein anderer Forumsnutzer meint: „Huckabee wäre die ideale Ergänzung zu McCain. Zum einen ist er glaubhaft konservativer, zum anderen ist er innenpolitisch kompetenter, während McCain sich eher auf Außenpolitik konzentriert.“

Auch auf Politico fragt man sich nicht mehr ob, sondern nur noch wann McCain Huckabee zum Running-Mate beruft. „Das war ein abgekartetes Spiel. Huckabee sollte Romney die Wähler wegnehmen, damit McCain vorne liegt und als Dankeschön wird er Vizepräsident“, dichtet ein Politico-Nutzer eine Verschwörungstheorie.

Es könnte aber auch genau andersherum kommen. Dann würde Mitt Romney Vizepräsident und Mike Huckabee hätte umsonst gekämpft. „McCain/Romney wären ein Super-Duo“, lobt ein User auf Politico. Ein anderer schreibt: „Romney ist wirtschaftspolitisch ein Konservativer und würde McCain gut ergänzen.“

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