Heizen mit 7 Liter Öl pro Quadratmeter
Energiesparverordnung soll Energieverbrauch senken

Die Bundesregierung will den Heizenergiebedarf von Gebäuden in absehbarer Zeit von zehn auf sieben Liter Erdöl pro Jahr und Quadratmeter drücken. Das ist eines der Ziele der neuen Energieeinsparverordnung, deren Entwurf Bundeswirtschaftsminister Werner Müller und Bauminister Kurt Bodewig am Mittwoch in Berlin vorstellten.

ap BERLIN. Mit den neuen Standards werden Neubauten den Angaben zufolge um 1,5 bis 2 % teurer, sinkende Heizkosten sollen das aber mehr als ausgleichen.

Das "Sieben-Liter-Haus", wie es Bodewig nannte, soll gegenüber den derzeitigen Standards eine 30-prozentige Verringerung des Energiebedarfs ausweisen und so mit dazu beitragen, die Klimaschutzziele der Einsparung von 25 % Kohlendioxid-Emissionen von 1990 bis 2005 doch noch zu erreichen. Neubauten sollen künftig einen Energiepass erhalten, der als wesentliche Kennziffer eine Klassifizierung für den Primärenergiebedarf erhalten soll. Die Wärmedämmungsklasse soll künftig nicht mehr maßgebende Größe sein.

Neubauten erhalten einen Energiepass

Damit werde Bauherren die Freiheit eröffnet, sich je nach Zweckmäßigkeit etwa für größtmögliche Wärmedämmung oder für effizienteste Heizmöglichkeit oder eine Kombination daraus zu entscheiden, sagte Bodewig. Für den Bestand soll diese Klassifizierung im Gegensatz zu den Neubauten auf freiwilliger Basis eingeführt werden.

Bei Aus- oder Umbauten bestehender Gebäude sollen künftig auch "verschärfte energetische Anforderungen" gelten. Ferner wird es für Altbauten einen Nachrüstzwang bis 2005 für Heizkessel geben, die aus dem Jahr 1978 oder früher stammen. Das betrifft nach den Erhebungen der Ministerien rund 3,5 Mill. Heizkessel in Deutschland. Bodewig kündigte ein CO2-Minderungsprogramm für den Altbaubestand an, in dessen Rahmen es zinsverbilligte Kredite vor allem für komplette Modernisierungspakete geben soll.

Kohlendioxidausstoß soll sich um 10 Mill. Tonnen verringert

Müller sagte, die Bundesregierung erwarte eine Emissionsminderung von rund 10 Mill. Tonnen Kohlendioxid durch die neue Verordnung. Er gab als voraussichtlichen Termin des In-Kraft-Tretens Ende 2001 an, wies aber darauf hin, dass es Widerstände im Bundesrat geben könnte. Dies könnte besonders die Elektrowärme-Anlagen betreffen, deren negative Energiebilanz nach dem neuen System durch aufwendige Wärmedämmmaßnahmen ausgeglichen werden müsste. Müller sagte, die in Altbauten noch häufig anzutreffenden Elektrospeicheröfen sollten "auf Sicht eliminiert" werden. Wärmepumpen hätten allerdings künftig "große Chancen" im Vergleich zur jetzigen Situation.

Weitere Informationen zum Thema:
Interview mit der Energieagentur NRW

Studie warnt vor Klimakollaps mit umfangreicher Erklärung zum verabschiedeten Klimaschutzprogramm der Bundesregierung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%