Heizöl-Teppich unter Kontrolle
Ölpest-Gefahr in Ostsee gebannt

Den dänischen Behörden zufolge liefen bis zu 1 900 Tonnen Öl aus einem Tanker aus, nachdem ihn ein zyprischer Zuckerfrachter am frühen Donnerstagmorgen gerammt hatte.

Reuters KOPENHAGEN. Die Gefahr einer Ölpest vor mehreren dänischen Ostseeinseln ist der Küstenwache zufolge gebannt. Der Ölteppich aus etwa 1900 Tonnen schweren Heizöls, das bei einer Schiffskollision ausgelaufen war, sei unter Kontrolle, sagte ein Sprecher am Freitag. Das im Vergleich zum Vortag gute Wetter begünstige den Einsatz. Das gesamte Öl werde voraussichtlich noch im Laufe des Tages beseitigt werden können. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums in Berlin waren sechs Schiffe, darunter zwei deutsche, am Absaugen des Öls beteiligt. Ölfelder mit einem Durchmesser zwischen 100 und 200 Metern bewegten sich auf die Inseln Bogö, Falster und Mön zu. Der Tanker "Baltic Carrier" war in der Nacht zum Donnerstag mit dem Frachter "Tern" vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns zusammengestoßen.

"Wenn je von einer Katastrophe gesprochen wurde, dann ist sie jetzt abgewendet", sagte der Sprecher der Küstenwacht in Kopenhagen. Ein kleinerer Ölteppich habe zwar die Küstengewässer der Insel Bogö erreicht. Da sich das Öl noch im Wasser befinde, seien die Reinigungsmaßnahmen jedoch einfacher, als wenn das Öl bereits auf die Insel gelangt wäre.

Unfallursache ist noch unklar

Das ausgelaufene Öl befindet sich überwiegend noch im Gewässer zwischen den südostdänischen Inseln Falster und Mön. Dort habe es nach dänischen Informationen Verschmutzungen unbekannter Menge gegeben, sagte eine Sprecher des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Der unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Tanker habe bis zu 1 900 Tonnen schweren Heizöls seiner Gesamtfracht von etwa 33 000 Tonnen verloren. Der Unfall, dessen Ursache noch unklar sei, habe sich rund 13 Seemeilen (etwa 24 Kilometer) nördlich von Darßer Ort ereignet. Dies sei außerhalb der Kadetrinne in internationalen Gewässern, aber noch innerhalb der deutschen Außenwirtschaftszone, sagte der Sprecher. Die Kadetrinne in der Ostsee gilt als eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt.

Das Verkehrsministerium kündigte an, dass es ab 2002 in deutschen Küstengewässern ein so genanntes automatisches Schiffsidentifizierungssystem geben werde, mit dem ähnliche Unfälle vermieden werden könnten.

Die "Baltic Carrier", in deren Seitenwand ein großes Loch klaffte, ist nach offiziellen Angaben stabilisiert und verankert. Öl trete nicht mehr aus. Das Schiff war von Estland ins schwedische Göteborg unterwegs gewesen. Der unter zyprischer Flagge fahrende Massengutfrachter "Tern" war auf dem Weg von Kuba nach Lettland.

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