Helaba-Studie hebt Bedeutung des Luftverkehrs hervor
Analysten erwarten Plus für Flughafen-Aktien

Aktien der europäischen Flughafenbetreiber haben nach Ansicht der Helaba Trust Kurschancen. In einer dem Handelsblatt vorliegenden Studie bescheinigen die Analysten den Gesellschaften hervorragende Wachstumsperspektiven. Das Investmenthaus Merrill Lynch setzt auf die Londoner BAA.

som DÜSSELDORF. Aktien der europäischen Flughafenbetreiber haben nach Ansicht der Helaba Trust Kurschancen. In einer dem Handelsblatt vorliegenden Studie bescheinigen die Analysten den Gesellschaften hervorragende Wachstumsperspektiven. Das Investmenthaus Merrill Lynch setzt auf die Londoner BAA.

Zuletzt legte Aeroporto di Firenze (Flughafen Florenz) ein glänzendes Börsendebüt hin: Nach einem Ausgabepreis von 8,10 Euro schoss die Aktie bis auf 32 Euro hoch und notiert derzeit bei knapp 19 Euro. Nach London, Wien, Kopenhagen, Rom und Florenz streben auch Amsterdam, Brüssel und Zürich bald eine Notierung an. Frankfurt will im Frühsommer 2001 an die Börse.

Wachsende Mobilität sorgt für Gewinne

Konjunkturexperten erwarten, dass Flughäfen überproportional von der wachsenden Mobilität der Bevölkerung und dem höheren Verkehrsaufkommen profitieren. Bis 2010 soll sich die Zahl der Flugpassagiere gegenüber 1995 verdoppeln wird, heißt es in der Studie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Generell profitiere die Branche von der zunehmenden Bedeutung des Luftverkehrs, aber auch von attraktiven Zusatzgeschäftsfeldern. So plant der Flughafen Wien bis 2002 den Bau eines Airport Parks mit einer Verkaufsfläche von 55 000 Quadratmetern und Büroflächen von 16 000 Quadratmetern. Haupteinnahmequelle bleiben aber die Passagiergebühren, die in Frankfurt beispielsweise zehn Euro je Reisenden betragen.

Kapazitätsengpässe sind Risikofaktoren

Risiken sehen die Helaba-Experten in Kapazitätsengpässen. Schon heute würden viele Terminals dem Passagieraufkommen kaum mehr gerecht. Bis 2010 müssten die europäischen Flughäfen für den Ausbau ihrer Infrastruktur rund 70 Mrd. Euro ausgeben. Gleichzeitig laste auf der Branche ein Liberalisierungs- und Margendruck, der sich noch verschärfen dürfte. Beeinträchtigt werden die Betreiber auch durch Umsatz- und Ergebniseinbußen beim Wegfall der Duty-Free-Läden, also der zollfreien Einkaufsstätten. Vor allem die britische BAA müsse dadurch erhebliche Einbußen hinnehmen.

Kaufempfehlungen

Unter langfristigen Gesichtspunkten als "Kauf" sieht Helaba-Analyst Mario Kristel die Aktien der British Airport Authority (BAA). Als erste Flughafengesellschaft notierte sie im Juli 1987 auf dem Kurszettel einer europäischen Aktienbörse. "London profitiert als großes Drehkreuz ganz besonders von der Internationalisierung. Die Aktie ist aber bereits gut gelaufen", gibt Kristel zu bedenken.

Credit Suisse First Boston hebt hervor, die Gesellschaft wolle ihr Geschäft im Gütertransport forcieren. Dafür sei Kapital in dreistelliger Millionenhöhe nötig. Bei einem erwarteten Anstieg des Gewinns je Aktie um 5 % sei der Titel fair bewertet. Merrill Lynch ist optimistischer: Das Investmenthaus hob das Zwölfmonatskursziel auf 650 Pence an und rät zum "Akkumulieren", also aufzustocken.

"Flughafen Wien ist unter kurzfristigen Aspekten ein Kauf", meint Helaba-Analyst Kristel. Die Aktie sei im Vergleich zur Konkurrenz am preiswertesten und werde von der Phantasie des Aktienrückkaufs profitieren. Zudem gewinne Wien als Drehscheibe für Osteuropa an Bedeutung. Mit "Neutral" werden die Gesellschaften Kopenhagen und Rom beurteilt.

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