Helfer vom WTC leiden an Atemwegserkrankungen
New Yorks Helden haben Atemnot

Morgens ist es besonders schlimm. Dann schüttelt ein trockener Husten den New Yorker Feuerwehrmann. "Man hat das Gefühl, Staub im Hals zu haben", sagt er. Der Feuerwehrmann - er will seinen Namen nicht nennen, um keinen Ärger zu bekommen - hat nach dem Einsatz am eingestürzten World Trade Center massive Gesundheitsprobleme.

ap NEW YORK. Sie begannen etwa einen Monat nach seinem Einsatz am Ground Zero. "Manchmal kann ich nicht tief durchatmen", beschreibt er seine Beklemmungen. Ziemlich schnell gerate er außer Puste, sein Job strenge ihn ungewöhnlich an, und er fühle sich ständig müde.

Diese und ähnliche Beschwerden teilt er mit vielen "Helden", wie die New Yorker ihre Feuerwehrleute nennen. Über 700 Beamte haben bei Anwalt Michael Barasch ihre Gesundheitsbeschwerden bereits aktenkundig gemacht - um gegebenenfalls die Stadt New York vor Gericht wegen ihrer Beschwerden zu belangen. "Darunter sind Männer, die jeden Tag mit einem furchtbaren Husten aufwachen und Blut spucken", erzählt Barasch. Zudem kenne er einen Feuerwehrmann, der früher Marathon gelaufen sei und nun nicht einmal mehr seine dreijährige Tochter die Treppe hinauf tragen könne.

Rund 30 Einsatzkräfte mussten nach Angaben von Frank Gribbon, einem Sprecher der New Yorker Feuerwehr, krankheitsbedingt in den Ruhestand treten. Weitere Kollegen müssten sich schonen, könnten im Moment nicht 100 Prozent leisten. Wie viele Beamte insgesamt betroffen seien, sei aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen, erklärte Gribbon.

Beim Zusammenbruch der beiden Türme des World Trade Centers nach den Terroranschlägen am 11. September traten aus den 1,2 Millionen Tonnen Schutt viele giftige oder schädliche Substanzen aus. Darunter waren Asbest, Benzole, Dioxine und polychlorierte Biphenyle, kurz PCBs. Diese Substanzen stehen in Verdacht, Krebs erregend zu sein. Allerdings gehen die Experten in den USA davon aus, dass die Konzentrationen in den meisten Fällen zu gering waren, um das Leben der Helfer zu gefährden. Größere Sorgen macht den Experten aber eine Mischung aus Mineralstaub, pulverisiertem Glas, Glasfasern und Reizgasen. Dieser Staub könne lebenslange Beschwerden verursachen. Zudem hätten viele Helfer in dieser Staubwolke erstmals Erfahrungen mit Asthma gemacht.

Die meisten Helfer atmeten in den ersten Tagen den Staub und die Gase ungeschützt ein. Gasmasken gab es kaum. Einige trugen immerhin chirurgische Masken, die jedoch keinen kompletten Schutz boten. Als nach ein paar Tagen genug Gasmasken vorhanden waren, verzichteten einige Feuerwehrleute trotzdem auf den Schutz, weil sie die Geräte bei der Arbeit zu sehr behinderten.

US-Mediziner raten nun allen Erkrankten zu rascher Behandlung. Nicht nur, um Spätfolgen zu verhindern, sondern auch, um die New Yorker Feuerwehr wieder zu Atem kommen zu lassen.

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