Helmenstein: Die jugoslawische Gesellschaft habe bereits Erfahrungen mit der Marktwirtschaft gemacht.
Jugoslawien sucht ausländisches Kapital zum Wiederaufbau

HB DÜSSELDORF. Die neue jugoslawische Führung unter Vojislav Kostunica muss nach Ansicht des Finanzexperten Christian Helmenstein vom Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien die "ganz enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten" des Landes anpacken.

Eine Banken- und Währungsreform sei unumgänglich. Das Bankensystem sei bankrott und müsse vom Staat rekapitalisiert werden. "Ein kompletter Schnitt" sei hier nötig. Gleichzeitig müsse die Industrie des Landes wieder auf die Beine gestellt werden. Bereits 1996 habe die Industrieproduktion um 40 Prozent unter dem Wert von 1989 gelegen, sagte Helmenstein. Seit 1996 gebe es keine zuverlässige Zahlen mehr. Der Wiederaufbau werde jedenfalls Jahrzehnte dauern.

Positiv sei die Ausbildung der Menschen zu bewerten. Auch habe die jugoslawische Gesellschaft bereits Erfahrungen mit der Marktwirtschaft gemacht, so Helmenstein. Während der Milosevic-Ära sei das Land jedoch hinter ehemaligen Ostblockstaaten wie Rumänien oder Bulgarien zurückgefallen. So gebe es in Bukarest im Unterschied zu Belgrad eine bescheidene, aber funktionierende Börse.

Entscheidend werde auch sein, ob ausländisches Kapital in das Land gelockt werden könne. Dazu sei jedoch eine politische Stabilisierung nötig. Am ehesten könnten Investoren für die petrochemische Industrie gewonnen werden, sagte Helmenstein.

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