Hemmnisse auf dem Weg zum einheitlichen europäischen Investmentmarkt
Fonds wollen mehr Transparenz

Wolfgang Mansfeld will Hemmnisse auf dem Weg zum europäischen Investmentmarkt beseitigen. Der Vorstand der Union Fonds Holding, seit 1. Juni Präsident des europäischen Verbandes der nationalen Fondsverbände (Fefsi), ist sich mit anderen Experten darin einig, dass der Anlegerschutz gestärkt werden muss.

ina FRANKFURT/M. Mansfeld äußerte sich auf einem Seminar von PricewaterhouseCoopers (PwC) in Frankfurt zum ersten Mal zu seinen Zielen. Wie Mansfeld will auch Volckmar Bartels, in der Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BAFin) zuständig für den Bereich Asset Management, weitere Akzente beim Anlegerschutz durch mehr Transparenz setzen.

Mansfeld will zwei Schwerpunkte in seiner Arbeit setzen: Verwirklichung eines einheitlichen europäischen Investmentmarktes sowie Wahrung der Anlegerinteressen. Die Branche sei fragmentiert. Während in Europa der durchschnittliche Fonds ein Volumen von 100 Mill. besitze, komme der amerikanische auf 800 Mill. . Das schaffe Größen- und damit Kostenvorteile beim Vermögensmanagement. Mansfeld: "Hätten wir in Europa amerikanische Verhältnisse, könnten die Branche fünf Milliarden Euro pro Jahr an Kosten sparen." Um eine Entwicklung in diese Richtung zu forcieren, müssten die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen und Barrieren für den grenzüberschreitenden Vertrieb, insbesondere steuerliche Hemmnisse, beseitigt werden.

Außerdem sei an Initiativen zur Stärkung der Anlegerinteressen gedacht. Die Fefsi habe Verhaltensregeln für den Fondsmanager als Aktienbesitzer entwickelt, ebenso Leitlinien zur Händlerauswahl für die Ausführung von Wertpapiertransaktionen in den Fonds. Sie entwickelte laut Mansfeld auch Leitlinien zur Kostentransparenz. Darüber hinaus arbeite man an Beratungsregeln, die auf den Vertrieb zielten: "Da müssen wir heran."

Der Fefsi-Präsident appellierte: "Deutsche Investmentfirmen müssen sich stärker für europäische Themen engagieren; der deutsche Fondsverband kann das nicht alles alleine machen." Die englischen und französischen Asset Manager würden in dieser Hinsicht viel besser mitarbeiten.

Bartels äußerte sich unter anderem zu den von Mansfeld erwähnten Verhaltensregeln für die Fondsbranche. Der deutsche Fondsverband BVI habe einen Entwurf dazu vorgelegt: "Die Einhaltung dieses freiwilligen Kodexes wird von der Branche selber überwacht." Das reiche aber nicht. "Wir werden parallel dazu eine Richtlinie mit Verordnungs- bzw. Gesetzescharakter ausarbeiten", erklärte Bartels.

Der BAFin-Mann setzt sich auch für mehr Transparenz im Sinne des Anlegers ein. Wenn Fondsfirmen Teile der Managementgebühr an Vertriebe zahlten, müsste der Investor seiner Meinung nach über diese Tatsache informiert sein. Dachfonds sollten außerdem Bestandsprovisionen, die sie von den erworbenen Fonds erhalten würden, dem Dachfondsvermögen zufliessen lassen. Bartels setzt sich außerdem für eine Veröffentlichung der gesamten laufenden Kosten eines Investmentfonds ein, das heißt Managementgebühren plus weiterer Kosten, inklusive der Transaktionskosten im Fonds. "Zusätzlich sollten die Transaktionskosten angegeben werden, die bei der Orderabwicklung im eigenen Konzern anfallen", sagt er.

Quelle: Handelsblatt

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