Henin fordert Williams
Coria stürzt sein Idol Agassi vom Sockel

Grünschnabel Guillermo Coria hat sein Idol Andre Agassi vom Sockel gestürzt und ist erstmals ins Halbfinale der French Open in Paris eingezogen. Der 21 Jahre alte Tennisprofi aus Argentinien, der vor drei Wochen das Turnier in Hamburg gewonnen hat, besiegte am Dienstag in einem hochklassigen Match überraschend den zwölf Jahre älteren Turnier-Favoriten aus den USA mit 4:6, 6:3, 6:2, 6:4 und trifft in der Vorschlussrunde am Freitag auf den Niederländer Martin Verkerk oder auf Carlos Moya aus Spanien.

HB/dpa PARIS. Agassi verspielte gegen den bis zur Erschöpfung kämpfenden Coria in 2:32 Stunden nicht nur den Sieg im 999. Match seiner Karriere. Der 33-jährige Australien-Open-Sieger verpasste zugleich die Chance, mit dem Einzug ins Endspiel den Australier Lleyton Hewitt wieder von der Spitze der Weltrangliste zu verdrängen. Vom Gewinn des Grand Slams in diesem Jahr ganz zu schweigen.

Im Damen-Halbfinale spielt Kim Clijsters am Donnerstag "Russisch Roulette", und Serena Williams bekommt es mit der Angst zu tun. Die Titelverteidigerin aus den USA gewann zwar in atemberaubender Manier und nur 64 Minuten 6:1, 6:2 gegen die Französin Amelie Mauresmo. Doch in der Vorschlussrunde wartet Justine Henin-Hardenne. Die Belgierin mit dem blonden Pferdeschwanz bezwang Chanda Rubin (USA) 6:3, 6:2 und kann mit viel Selbstbewusstsein ins Duell gegen die Weltranglisten- Erste gehen. Henin-Hardenne gewann die letzten beiden Vergleiche mit der jüngeren der Williams-Schwestern; im April dieses Jahres im Finale von Charleston und 2002 im Endspiel der German Open in Berlin.

Amelie Mauresmo hatte Serena Williams im Halbfinale von Rom die zweite Niederlage des Jahres zugefügt. Von dieser Leistung war sie am Dienstag Lichtjahre entfernt. "Es gibt keine Entschuldigung dafür, wie ich gespielt habe", sagte sie den enttäuschten französischen Fans, die sich der Siegerin gegenüber recht unhöflich verhielten. Serena Williams störte das nicht in ihrer Konzentration auf die nächste Aufgabe, die Revanche gegen Henin-Hardenne.

Kim Clijsters hofft indes auf ein belgisches Finale: "Hier sind so viele belgische Zuschauer. Justine und ich, wir fühlen uns fast wie bei einem belgischen Grand Slam", sagte sie nach dem 6:2, 6:1-Erfolg über die French-Open-Veteranin Conchita Martinez aus Spanien. Bevor es soweit ist, muss die äußert entschlossen auftretende 19-Jährige jedoch noch die Grand-Slam-Überraschung Nadja Petrowa besiegen.

Die ungesetzte Russin ließ bereits gegen die früheren Paris- Siegerinnen Jennifer Capriati und Monica Seles die Muskeln spielen. Nach dem emotionsgeladenen Schlagabtausch mit ihrer russischen Kollegin Wera Zwonarewa, die Vorjahresfinalistin Venus Williams "auf dem Gewissen" hat, deutete die 20-Jährige zunächst auf ihren Bizeps und schlug sich dann mit der Faust aufs Herz.

"Dass ich nicht die Favoritin bin, sehe ich als Vorteil", sagte sie als Empfehlung für Clijsters, gegen die sie den bislang einzigen Vergleich verloren hat. Beide Spielerinnen haben am 8. Juni, einen Tag nach dem Finale, Geburtstag und wünschen sich nichts sehnlicher, als ihn in Paris zu feiern. Nach Olga Morozowa 1974 in Wimbledon und Paris hat nie wieder eine sowjetische oder russische Tennisspielerin ein Grand-Slam-Endspiel erreicht. Petrowa wäre selbst das nicht genug. Auf die Frage, ob sie nun die French Open gewinnen will, antwortete sie: "Ich werde es versuchen."

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