Henin und Capriati locker
Agassi schont Grafs Nerven

Steffi Graf musste sich nur einen Satz lang sorgen, dann spulte Andre Agassi vor den Augen seiner schwangeren Ehefrau sein gewohntes Programm ab und zog in die 3. Runde der US Open ein. Der zweimalige Turniersieger fuhr letztlich einen Nerven schonenden 7:6 (7:1), 6:1, 6:4-Erfolg gegen den leidenschaftlich kämpfenden schwedischen Linkshänder Andreas Vinciguerra ein.

HB/dpa NEW YORK. "Am Anfang lief es nicht ganz so, da habe ich versucht, solide zu spielen. Als ich merkte, dass das nicht reicht, habe ich einen Gang zugelegt", schilderte Agassi das teilweise spektakuläre Spiel.

Für einen Platz im Achtelfinale muss der topgesetzte Amerikaner, der in New York unbedingt seinen dritten Triumph feiern möchte, nun immerhin Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow aus dem Weg räumen. "Wir haben uns schon viele Schlachten geliefert", sagte Agassi, der die letzten fünf der elf Aufeinandertreffen gegen den Russen gewann. Einen seiner insgesamt sieben Siege feierte er im Australian-Open- Finale 2000. Kafelnikow gewann 1999 in Melbourne und 1996 bei den French Open und wollte eigentlich nach dem Gewinn des Daviscups im Vorjahr aufhören. "Diese Karriere spricht für sich. Ich muss voll auf der Höhe sein", erklärte Agassi. Auf dem Weg zum US-Open-Erfolg 1999 bezwang er Kafelnikow im Halbfinale.

Die diesjährige Paris-Siegerin Justine Henin-Hardenne gewann 6:1, 6:2 gegen die Kroatin Silvija Talaja. Die 21-jährige Belgierin, in New York an Nummer 2 gesetzt, ist auch gegen Saori Obata aus Japan haushoch favorisiert. "Ich habe endlich gutes Tennis gespielt und bin damit sehr zufrieden. Ich war sehr entspannt und richtig konzentriert", kommentierte die Weltranglisten-Dritte.

Jennifer Capriati, die das Turnier noch nie gewinnen konnte, siegte in ihrer Geburtsstadt im Schnelldurchgang 6:1, 6:1 gegen die Slowakin Martina Sucha. Nächste Kontrahentin ist die Französin Emilie Loit. Die Linkshänderin hatte in diesem Jahr in Australien hauchdünn eine Sensation gegen die spätere Siegerin Serena Williams verpasst. Nach dem Ende ihrer 19-monatigen Durststrecke ohne Turniersieg kommt Capriati auch in Flushing Meadows immer besser in Schwung. Dort hatte sie schon 1991 erstmals das Halbfinale erreicht. "Wo ist bloß die Zeit geblieben? Ich fühle mich gar nicht wie 27, und ganz sicher benehme ich mich auch nicht so", sagte die Olympiasiegerin von 1992.

Eine neuerliche Enttäuschung erlebte French-Open-Finalist Martin Verkerk. Der Niederländer scheiterte mit 3:6, 4:6, 7:6 (7:5), 6:7 (9:11) an Todd Martin. Der US-Routinier holte im abschließenden Tiebreak einen 2:5-Rückstand auf. Verkerk konnte bisher nicht an seinen sensationellen Siegeszug von Paris anknüpfen. In Wimbledon war er sogar gleich zum Auftakt ausgeschieden.

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