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Henkel bremst Billig-Konkurrenten aus - Marktanteil bei Waschmitteln wächst

Der Markenartikelkonzern Henkel macht nach Angaben von Vorstandschef Ulrich Lehner derzeit gegenüber den Herstellern von Billigprodukten Boden gut.

dpa-afx HAMBURG. Der Markenartikelkonzern Henkel macht nach Angaben von Vorstandschef Ulrich Lehner derzeit gegenüber den Herstellern von Billigprodukten Boden gut. "Wir erleben gerade, dass die Handelsmarken schwächer werden", sagte Henkel-Chef Ulrich Lehner im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" (FTD) und der "Financial Times" (Montagausgaben). Der Henkel-Marktanteil bei Universalwaschmitteln sei in Deutschland im vergangenen Quartal von 46 Prozent im Vorjahr auf rund 50 Prozent gestiegen. In den vergangenen Jahren hatten die Billigmarken des Handels (Handelsmarken) ihre Marktanteile kontinuierlich gesteigert.

Auch das überraschend stark gestiegene Umsatzwachstum des dritten Quartals von 4,2 Prozent wertet Lehner als mögliches Anzeichen für eine Renaissance der Markenartikel. Damit sich der Trend zur hochpreisigen Herstellermarke verfestigt, werde Henkel seine Marketing-Anstrengungen forcieren. Den Marketing-Etat, der je nach Produktgruppe bis zu 15 Prozent des jeweiligen Umsatzes ausmacht, wolle er zwar nicht aufstocken, aber effizienter einsetzen. Dies bedeute etwa, "dass die klassische Fernsehwerbung gerade angesichts der Vielzahl von Kanälen und der geringeren Akzeptanz der TV-Werbung an Bedeutung verlieren wird", sagte der Henkel-Chef.

Anteil Asiens AN Konzernumsatz Ausweiten

Den Anteil Asiens am Konzernumsatz von sieben Prozent wolle Henkel durch Zukäufe und internes Wachstum ausweiten. Auf China solle in Zukunft mehr als die Hälfte des Asien-Umsatzes entfallen, sagte Lehner. Derzeit liege der Anteil bei rund 30 Prozent. "Die Basis dafür haben wir jetzt geschaffen, indem wir unser China-Geschäft restrukturiert und auf urbane Regionen konzentriert haben."

Zusätzlichen Spielraum für Zukäufe habe Henkel durch den Tausch seiner Clorox-Finanzbeteiligung gegen operative Geschäfte in Nordamerika und Asien gewonnen. Der Konzern wolle rund die Hälfte der Barmittel von 2,1 Mrd. Dollar aus dem Tauschgeschäft für Akquisitionen nutzen. Die US-Steuerbehörden müssen laut Bericht noch prüfen, ob der Deal tatsächlich steuerfrei ist. "Wir gehen davon aus, dass der Tausch steuerfrei ist", sagte Lehner jedoch.

Die Aktionäre sollen am Sonderertrag von 1,7 bis 1,8 Mrd. Euro, der Henkel aus der Trennung von Clorox in diesem Jahr zufließt, nicht beteiligt werden. "Die Substanz des Konzerns hat sich hierdurch nicht vermehrt - wir werden die Dividende daher wie in den Vorjahren am laufenden Jahresüberschuss ausrichten", sagte Lehner. Henkel werde den außerordentlichen Gewinn nutzen, um Rückstellungen von 400 Mill. Euro für die geplante Restrukturierung zu bilden. Das Sparprogramm soll ab 2007 die Kosten jährlich um rund 125 Mill. Euro senken. Bis 2006 sollen weltweit rund 3 000 der 50 800 Stellen wegfallen. Dabei gehe es auch um Produktionsverlagerungen in Länder mit hohen Nachfragezuwächsen. "Wenn sich die Nachfrage verschiebt, dann folgen wir mit unserer Produktion auch in die Länder, wo unsere Kunden sind", sagte der Henkel-Chef.

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