Henkel erwirbt überraschend knapp sieben Prozent: Wella-Großaktionäre sind zum Verkauf bereit

Henkel erwirbt überraschend knapp sieben Prozent
Wella-Großaktionäre sind zum Verkauf bereit

Der Verkauf der Wella AG rückt näher. Im Umfeld des Darmstädter Haarpflegespezialisten geht man von einem Angebot des weltgrößten Konsumgüterherstellers Procter & Gamble (P & G) in Kürze aus. "Ein Angebot ist nur noch eine Frage von Tagen", sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Manager dem Handelsblatt. Weder Wella noch P & G wollten hierzu Stellung nehmen. Als Kaufpreis gelten Summen zwischen fünf Mrd. und sechs Mrd. Euro als wahrscheinlich.

beu/lip HAMBURG. Überraschend teilte am Montagabend die Düsseldorfer Henkel AG mit, 6,86 % am Grundkapital von Wella erworben zu haben. Der Konsumgüterkonzern sieht die Beteiligung im derzeitigen Börsenumfeld als "interessante Anlage", hieß es in einer Mitteilung. In Finanzkreisen hieß es, dass Henkel mit seinem Paket ein Herausdrängen der Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) verhindern könne. Dieses Instrument könnte P & G nur anwenden, wenn der Konzern mehr als 95 % der Wella-Aktien kontrollieren würde.

Wie aus Kreisen der Eigentümerfamilien verlautete, sind die Großaktionäre von Wella zu einer Veräußerung ihrer 78 prozentigen Beteiligung bereit. Zu den Großaktionären gehören die Familien Pohl, Ebert, Sander und Ströher. Sie hatten sich bislang strikt geweigert, sich von ihren Anteilen zu trennen. Sollte P & G zum Zuge kommen, übernimmt der US-Riese mit Wella einen nach L?Oréal weltweit führenden Hersteller von Haarpflegeprodukten. Das Darmstädter Unternehmen erwartet für 2002 mit seinen rund 6 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro.

Wie aus den Kreisen weiter verlautete, wurde der Verkauf des Darmstädter Konzerns vor allem von der Familie Pohl mit Hilfe der Rothschild-Bank eingeleitet. Dem schlossen sich die Familien Sander und Ebert an. Sie halten nach Informationen aus Firmenkreisen von Wella zusammen die Mehrheit mit rund 53 %. Keine der betroffenen Familien oder Banken war offiziell zu einer Stellungnahme bereit.

Weitere 25 % an Wella hält die Familie Ströher. Sie hatte in den vergangenen Wochen versucht, mit Hilfe der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim die Anteile der verkaufswilligen Familien zu übernehmen, heißt es aus Unternehmenskreisen von Wella. Dies scheiterte aber offenbar an dem erforderlichen Finanzvolumen.

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