Henkel hält an umstrittener Energietechnik fest
Atomausstieg würde Klimaschutzziel gefährden

ap LEIPZIG. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, sieht das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele wegen des Atomausstiegs gefährdet. Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie würden zwangsläufig andere Energieträger benötigt, deren Verbrauch wiederum mehr Kohlendioxid ausstoßen werde, sagte Henkel der "Leipziger Volkszeitung". "Deshalb hat die Bundesregierung allerhand zu tun, um ihr nationales CO2-Einsparziel einzuhalten."

Es wäre sicherlich "die falsche Methode", wenn Deutschland seine Klimaziele auch durch den Kauf von Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien erreiche, warnte Henkel. Den Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung hält der BDI-Chef nicht für unumkehrbar. "Es gibt ja auch mal eine andere Regierung. Dann wird die Frage erneut gestellt werden", sagte Henkel. "Insofern sehe ich das ganz entspannt und hoffe, dass sich, auch mit dem Blick auf notwendige Reduzierungen von Treibhausgasen, Vernunft durchsetzt."

Zugleich verlangte der BDI-Präsident von der Weltklimakonferenz in Den Haag, sie müsse ein anspruchsvolles Ergebnis für einen nachhaltig wirksamen Klimaschutz erbringen. Angesichts der erheblichen Emissionsminderungen, zu denen sich die deutsche Wirtschaft freiwillig verpflichtet habe, würden von den anderen Ländern vergleichbare Anstrengungen erwartet. Dies sei auch wichtig, um Wettbewerbsnachteile zu Lasten des "CO2-Reduktionsweltmeister Deutschland" zu vermeiden, sagte Henkel. Die Klimaschutzkonferenz in Den Haag geht am (heutigen) Freitag zu Ende.

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