Henkel verhandelt mit Schroder Ventures und Goldman Sachs als gemeinsamen Käufer
Cognis-Verkauf vor dem Abschluss

Der Henkel-Konzern will sich von der Chemie trennen und auf das Markenartikelgeschäft mit Kosmetik, Waschmitteln, Hygiene und Klebstoffen konzentrieren. Die Cognis wird an Finanzinvestoren verkauft.

DÜSSELDORF. Der lange geplante Verkauf des Spezialchemie-Herstellers Cognis B.V. steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Nach Informationen des Handelsblatt wollen die Finanzinvestoren Schroder Ventures und Goldman Sachs die Tochtergesellschaft der Düsseldorfer Henkel KGaA für über 2,5 Mrd. Euro gemeinsam übernehmen. Die Pensionsverpflichtungen für die Cognis-Mitarbeiter sind in diesen Betrag noch nicht eingerechnet.

Die Gespräche mit Henkel "befinden sich in den Endzügen", berichteten verhandlungsnahe Kreise. Die Verträge seien zwar noch nicht unterschrieben, allerdings solle dies in den nächsten ein bis zwei Wochen geschehen. Spekulationen über ein Scheitern des geplanten Verkaufs an die beiden Investoren wurden aus diesen Kreisen als falsch zurückgewiesen.

"Die Verhandlungen laufen planmäßig", bestätigte ein Henkel-Sprecher in Düsseldorf. Zu den beteiligten Unternehmen und zum Zeithorizont wollte er sich aber nicht äußern. Vor einer Unterzeichnung des Verkaufsvertrags müsse noch der Aufsichtsrat zustimmen und der Betriebsrat informiert werden, hieß es.

Seit Anfang Juli laufen die Verhandlungen mit den beiden Investoren, die sich gegen Konkurrenten wie die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) durchsetzen konnten. Henkel wird bei der Transaktion von der US-Investmentbank Merrill Lynch beraten.

Schroder Ventures und Goldman Sachs werden ihr Investment nach Einschätzung von Beobachtern im branchenüblichen Rahmen refinanzieren. Sie gehen davon aus, dass etwa ein Drittel des Kaufpreises durch eigene Mittel und der Rest über Bankdarlehen abgedeckt wird. Es ist davon auszugehen, dass sich die Finanzinvestoren nach der erfolgreichen Restrukturierung der Cognis, die ihren Sitz im niederländischen Roermond hat und 57 Gesellschaften in der Standard- und Spezialchemie besitzt, in einigen Jahren von ihrem Engagement wieder trennen werden - über einen Börsengang oder einen Verkauf.

Das Going Public hatte auch Henkel für seine Tochter geplant, aber wegen des zuletzt schwieriger gewordenen Börsenumfelds wieder zu den Akten gelegt. Ebenso wenig fand sich ein Joint-Venture-Partner für die Gesellschaft.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Cognis den Umsatz um fast 12 % auf 3,2 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Steuern um 23 % auf 220 Mill. Euro gesteigert. Im ersten Quartal 2001 präsentierte Cognis-Vorstandschef Harald Wulff sein Unternehmen als Musterschüler im Konzern. Cognis schaffte als einzige Sparte eine Erhöhung der Ebit-Marge. Die Zahlen für das Halbjahr sollen am 14. August veröffentlicht werden. Henkel-Finanzchef Jochen Krautter hatte im Frühjahr im Interview mit dem Handelsblatt betont, dass die Chemiesparte zwar ein attraktives Geschäft sei. Doch habe der Düsseldorfer Konzern nicht die Finanzkraft, alle fünf Sparten gleichermaßen nach vorne zu bringen. Dazu seien große Käufe nötig.

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