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Henkel warnt Politik vor Einflussnahme bei Telekom

Im Zusammenhang mit Gerüchten um eine Ablösung des Telekom-Chefs Ron Sommer hat der stellvertretende Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, die Politik vor einer Einflussnahme gewarnt. Zugleich sagte Henkel, die Telekom stehe im Vergleich zu Wettbewerbern gut da und der Manager Ron Sommer habe auch eine Reihe guter Entscheidungen getroffen.

rtr BERLIN. "Der größten Schaden, den man jetzt anrichten kann, ist der, den Politikern Einfluss auf das Unternehmen zuzubilligen. Die sollten das Thema aus dem Wahlkampf heraus halten", sagte Henkel am Mittwoch im ZDF. "Die sollen die Finger davon lassen und sollen das dem Aufsichtsrat überlassen. Der Aufsichtsrat wurde von den Aktionären gewählt (...) und der Aufsichtsrat hat diese Pflicht zu erfüllen." Am Dienstag hatten sich Spekulationen um Sommers Ablösung verdichtet. Einem Magazinbericht zufolge soll Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dem ehemaligen VW-Chef Ferdinand Piech die Telekom-Führung angeboten haben. Ein Sprecher Piechs hatte dies dementiert. Der Bund hält noch rund 43 % der Anteile an dem ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Telekom. Henkel sagte, der Staat habe zwar als größter Aktionär der Telekom Einfluss. Aber dafür habe er zwei Mitglieder im Telekom-Aufsichtsrat sitzen. Vor allem ausländische Investoren würden sich Sorgen machen, wenn der Eindruck entstehe, man müsse auf zu viel Einflussnahme der Politik bei Unternehmen aufpassen.

Kritik wie die des Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU), Bundeskanzler Schröder hätte jüngst eine kräftige Gehaltserhöhung im Telekom-Vorstand verhindern müssen, geht Henkel zufolge in die falsche Richtung. Schröder hätte sich hier nicht einmischen sollen und auch nicht einmischen können. Der Manager Sommer habe eine Reihe guter Entscheidungen für die Telekom getroffen, sagte Henkel. So gebe es ein hervorragendes Fest- und Mobilfunknetz und ein Internet-Portal sei eingeführt worden. Dieses könnten andere Firmen in diesem Maße nicht anbieten. Und man müsse die Telekom auch im Vergleich zu ihren internationalen Konkurrenten betrachten. "Und in diesem Vergleich steht das Unternehmen (Telekom) gut da." Es gebe in der Wirtschaft immer mal Höhen und Tiefen. Schließlich liege derzeit die gesamte Telekom-Branche am Boden. Die Schuld, etwa über den hohen Telekom-Schuldenstand, allein auf Sommer zu schieben, sei falsch, sagte Henkel. Ein Teil der Sanierung des Staatshaushaltes sei letztlich auch von der Telekom durch den hohen Preis für die ersteigerten UMTS-Mobilfunklizenzen geleistet worden.

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