Herabstufung des Bonitätsratings
Thyssen verkauft Beteiligungen im großen Stil

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp willsich im Zuge einer stärkeren Ausrichtung auf die Bereiche Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen von Unternehmensbeteiligungen mit einem Umsatzvolumen von rund sieben Mrd. ? trennen.

Reuters DÜSSELDORF. Welche Unternehmen auf der Verkaufsliste des Düsseldorfer Konzerns stehen, wurde am Montag nicht mitgeteilt. Auch zum angepeilten Erlös wurden im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung keine Angaben gemacht. Durch ein aktives Portfoliomanagement, internes Wachstum und eine verstärkte Orientierung auf Dienstleistungen solle die angestrebte jährliche Produktivitätssteigerung von zwei bis drei Prozent erreicht werden, teilte der Konzern mit.

Mittelfristig will Thyssen-Krupp den Angaben zufolge durch internes Wachstum und strategische Akquisitionen einen Gesamtumsatz von 40 bis 46 Mrd. ? erreichen. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 hatte der Konzern 37 Mrd. ? umgesetzt. Im Zuge der Fokussierung auf die drei genannten Geschäftsfelder kündigte Thyssen-Krupp die Zusammenlegung seiner Geschäftsbereiche Materials und Serv (Dienstleistungen) für den Beginn des kommenden Geschäftsjahres im Oktober an.

Nach der Herabstufung des Bonitätsratings durch die Agentur Standard & Poor's (S&P) hatte Konzernchef Ekkehard Schulz Ende Februar angekündigt, das geplante Verkaufsprogramm und damit auch den Schuldenabbau zu beschleunigen.

Der Anteil des Staates Iran am Thyssen-Krupp-Konzern sei durch den Rückkauf eigener Aktien auf unter fünf Prozent von 7,79 % gedrückt worden, ergänzte das Unternehmen. Damit wolle man drohende Einschränkungen der Geschäfte im amerikanischen Markt vermeiden. Mittelfristig sollen die für 406 Mill. ? erworbenen Aktien sukzessive wieder an den Markt gegeben werden.

Die Aufsichtsräte stimmten auf ihrer turnusmäßigen Sitzung auch einer weiteren Verkleinerung des Vorstands um einen Posten auf sieben Mitglieder zu. Bereits im April hatte Thyssen-Krupp mitgeteilt, dass die Vorstände Jürgen Harnisch (60) und Eckhard Rohkamm (60) mit Ablauf ihrer Verträge im nächsten Jahr ausscheiden sollten. Für Harnisch soll der Manager Wolfram Mörsdorf in den Vorstand nachrücken und dann auch die Führung in der Autozuliefersparte des Konzerns übernehmen, für die bis dahin Harnisch zuständig ist. Konzernvorstand Olaf Berlien soll dann die Führung des Technologie-Sparte von Rohkamm übernehmen.

Welche Beteiligungen Thyssen-Krupp verkaufen will, blieb in der Mitteilung offen. In der Branche wird damit gerechnet, dass es sich um eine größere Zahl kleinerer Unternehmen handelt. Wie Reuters aus Branchenkreisen erfuhr, steht beispielsweise das zur Dienstleistungssparte gehörende Krefelder Unternehmen Triaton auf der Verkaufsliste. Die Zeitung "Die Welt" berichtete am Montag, auch die Tochter Novoferm solle verkauft werden. Das Unternehmen stellt Türen und Tore her. Spekuliert worden war wiederholt auch über eine Trennung von der gesamten Sparte Technologies, in der der Maschinen- und Anlagenbau zusammengefasst ist. Der Konzern hatte dem aber widersprochen. Die im Dax notierte Thyssen-Krupp-Aktie weitete ihre Verluste nach der Mitteilung deutlich aus und lag am Nachmittag fast sechs Prozent im Minus bei 8,85 ?.

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