Heraufstufung des Halbleitersektors
Infineon und Commerzbank stützen Dax

Eine Heraufstufung des US-Halbleitersektors durch die Investmentbank Goldman Sachs hat am Montagnachmittag Händlern zufolge unter anderem die Aktien von Infineon beflügelt und damit auch den deutschen Aktienmarkt gestützt.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex notierte kurz nach Börsenauftakt in New York rund ein Prozent höher bei 5 486 Punkten, am Neuen Markt stieg der Nemax-50-Index um 0,35 % auf 1 131 Zähler. "Die Technologiewerte ziehen den Markt nach dem Goldman-Upgrade höher, Ich glaube aber nicht, dass hier die Mutter aller Haussen ausbricht", sagte ein Händler.

Viele Anleger warteten die in dieser Handelswoche zur Veröffentlichung anstehenden US-Konjunkturdaten ab, die unter Umständen weitere negative Impulse für die Märkte liefern könnten. Neben den Technologiewerten standen die Titel von Bayer, der Telekom und der Commerzbank im Fokus.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte den US-Halbleitersektor auf "Übergewichten" heraufgestuft und dabei unter anderem die Titel von Intel und Analog Devices in ihre "Recommended List" aufgenommen. Beide Werte legten im frühen Handel zu. Als Grund für die Höherstufung nannte Goldman unter anderem eine sich abzeichnende Belebung des Sektors im vierten Quartal.

Im Dax profitierten allen voran die Titel von Infineon von der Heraufstufung, sagten Händler. Die Titel zogen um rund vier Prozent auf 25,37 ? an. Die Aktien des Mutterkonzerns Siemens legten umd 1,5 % auf 59,86 ? zu. Epcos-Aktien kletterten um 1,3 % auf 50,21 ?.

Das Interesse der Anleger zogen auch die Titel von Bayer auf sich. Der Konzern schließt einen Verkauf seiner Pharmasparte nach Angaben von Vorstandschef Manfred Schneider zwar nicht aus, hält ihn derzeit aber nicht für wahrscheinlich. Allerdings seien zwei renommierte Firmen bereits an Bayer herangetreten. Das Unternehmen bemühe sich, eine Strategie zu entwickeln, und diese Aussicht helfe dem Aktienkurs, sagten Händler. Die beste Lösung für die Bayer-Aktionäre wäre ein Verkauf der Pharma-Sparte gewesen, sagte Gerd Schubert, Fondsmanager bei Deka. Realistisch sei dies aber nicht zu erwarten gewesen. "Das Wichtigste ist, dass Bayer jetzt an dieser neuen strategischen Ausrichtung arbeitet, und man wird in den nächsten Monaten angesichts des US-Börsengangs etwas davon hören", sagte Schubert weiter. Die Papiere stiegen um rund ein Prozent auf rund 36,45 ?.

Mit einem Plus von rund 2,8 % auf 27,02 ? gehörten die Aktien der Commerzbank ebenfalls zu den größten Gewinnern im Dax. Die erneuten Übernahmegerüchte beflügelten den Kurs, sagten Händler. "Es spielt keine Rolle wer, sondern dass jemand Interesse an der Bank hat", sagte Markus Boelsing, Händler bei der Helaba. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuvor berichtet, die Commerzbank stehe unmittelbar vor dem Verkauf. Die italienische Unicredito, ein bislang nicht genanntes US-Geldhaus und die Deutsche Bank seien ernsthafte Interessenten.

Die Aktien der Deutschen Telekom fielen im frühen Handel zunächst auf den tiefsten Stand seit 41 Monaten bei 18,71 ?. Im Verlauf bauten die Titel ihre Verluste etwas ab und lagen am Nachmittag rund 0,77 % tiefer bei 19,20 ?. Die Telekom und die Deutsche Bank wollen nach Angaben aus Kreisen in dieser Woche über ihre weitere Zusammenarbeit beraten, nachdem die Telekom die Bank für einen rund 20-prozentigen Kurssturz der Aktie mit verantwortlich macht. Ein Engagement der Deutschen Bank zur Stützung der Aktien sei jedoch wenig wahrscheinlich, hieß es aus den Kreisen. "Die Aktie ist angeknackst", sagte ein Händler. "Sie sucht einen Boden, ich fürchte aber, dass da noch einige Banken mit Herabstufungen kommen werden. Die Aktie muss wohl noch einiges aushalten."

Der MDax tendierte mit einem Plus von mehr als einem Prozent bei 4678 Punkten fester. Am Dienstagnachmittag (MESZ) wird in den USA die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für Juli erwartet. Am Mittwoch stehen die Daten zur Industrieproduktion für Juli an.

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