Herausforderer führt in Umfrage
Milosevic offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert

dpa BELGRAD. Der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic ist am Sonntag offiziell als Kandidat für eine weitere Amtszeit bei den Wahlen am 24. September nominiert worden. Für seine Bewerbung lägen mehr als 1,5 Mill. Unterschriften vor, zitierte die Nachrichtenagentur Beta aus offiziellen Erklärungen. "Es ist ein klares Anzeichen dafür, dass die allgemeine Forderung, dass Milosevic Präsident bleibt, am 24. September bestätigt wird", sagte die SPS- Generalsekretärin Gorica Gajevic. Unterdessen führte drei Wochen vor der Präsidentenwahl der Kandidat des Oppositionsblocks DOS, Vojislav Kostunica, in Umfragen deutlich.

Milosevic tritt für seine Sozialistische Partei (SPS), die Jugoslawische Linke (JUL) und die Montenegrinische Sozialistische Volkspartei an. Er stehe für "persönliche Heldenhaftigkeit" und "Verteidigung gegen die Aggression" der NATO, sagte Gajevic. Der Präsident der JUL, Ljubisa Ristic, sagte, er glaube an eine Entscheidung in der ersten Wahlrunde.

Herausforderer führt in Umfrage

Herausforderer Kostunica komme aber auf 52 % der Stimmen, stellte eine am Samstag veröffentlichte Umfrage des Belgrader Instituts für Politikwissenschaft fest. Milosevic habe hingegen nur 31 % der Wähler hinter sich.

Die DOS hatte sich in der Nacht zum Samstag mit einem offiziellen Wahlkampfauftakt in Belgrad zum Hauptherausforderer von Milosevic erklärt. Kostunica sagte vor Tausenden Anhängern im Belgrader Sava- Center: "Wenn ihr mich zum Präsidenten von Jugoslawien wählt, verspreche ich, dem Westen und dem Osten das wahre Gesicht dieses Landes zu zeigen." Er sagte zuvor, dass nach den Wahlen ein Konflikt mit Milosevic zu befürchten sei, weil dieser eine Niederlage nicht anerkennen werde.

Die Präsidenten- und Parlamentswahlen in Jugoslawien am 24. September sollen nach Meinung der Regierungskoalition von Chinesen, Indern und Russen beobachtet werden. "Die OSZE hat keine Glaubwürdigkeit für eine Wahlbeobachtung in Jugoslawien", sagte JUL- Präsident Ristic.

Der frühere jugoslawische Generalstabschef und heutige Oppositionspolitiker Momcilo Perisic schloss unterdessen einen angekündigten Besuch von Milosevic in der autonomen Provinz Kosovo aus. Diese Ankündigung sei eine Manipulation vor den Wahlen, sagte er einem Lokalsender in Kragujevac. Das jugoslawische Militär werde nur auf Einladung der NATO und mit leichten Waffen in das Kosovo zurückkehren.

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