Herausforderer Issa Hayatou
Blatter schlägt gegen Johansson zurück: "Niederträchtiger Stil"

Joseph Blatter hat auf den Frontalangriff von Lennart Johansson mit ebenfalls deutlichen und sehr persönlichen Worten reagiert.

dpa ZÜRICH. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA beschuldigte den Vorsitzenden der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Dienstag, sich maßgeblich an einer "Rufmordkampagne" gegen seine Person zu beteiligen, um seine Wiederwahl am 29. Mai in Seoul zu verhindern.

"Ich muss bei Dir einen Gesinnungswandel feststellen, der mich sehr enttäuscht. Noch mehr betrübt mich aber der Stil der Kampagne, die gegen mich läuft. Erstmals in meiner beruflichen Laufbahn bei der FIFA spüre ich das Bestreben, dass ein Gegner nicht nur geschlagen, sondern vernichtet werden soll", schrieb Blatter in einem auf der FIFA-Homepage veröffentlichten Brief an Johansson. Und er fügte hinzu: "Der FIFA-Präsident wird in einem noch nie da gewesenen, niederträchtigen Stil bekämpft."

Zugleich verteidigte sich Blatter in zwei weiteren Schreiben an die Präsidenten der 51 europäischen Nationalverbände gegen die Vorwürfe, die Johansson am Montag an die gleichen Adressaten gegen ihn erhoben hatte. "Diejenigen, die mich seit fasst 30 Jahren kennen, wissen genau, dass die Bezichtigungen - Stimmenkauf, Aktenvernichtung, Vertuschung, diktatorische Führung der FIFA etc. - jeder Grundlage entbehren", erklärte Blatter. "Bei der Disziplinarkommission der FIFA wurde die Einleitung eines Verfahrens beantragt und bei staatlichen Gerichten Klagen wegen Verleumdung eingereicht."

Johansson hatte Blatter Selbstherrlichkeit, fehlende Integrität und riskantes Finanzgebaren vorgeworfen. All die Anschuldigungen des Schweden seien haltlos, entgegnete der Schweizer nun. Vor allem die von Seiten der UEFA permanent angebrachten Zweifel an der wirtschaftlichen Situation des Weltverbandes entbehren jeder Grundlage und seien "maßlos übertriebene Mutmaßungen". Blatter beschuldigte die Opposition, "künstlich ein von Verleumdungen geprägtes Klima zu erzeugen, dieses Klima durch die Medien anzuheizen, mich anschließend an den Pranger zu stellen, um schließlich eine neue Ära zu beschwören".

Dem UEFA-Chef Johansson warf Blatter vor, um jeden Preis ein vergiftetes Klima herstellen zu wollen: "Du lässt Dich für eine Kampagne einspannen, die mehr dem Fußball als mir schadet. Du lässt Deine Briefe an die Medien übergeben, damit diese Stimmung gegen mich machen. Du findest sogar im FIFA-Generalsekretär einen unverhofften Verbündeten." Zudem habe sich der 72-Jährige nicht an Abmachungen gehalten, die vor einem halben Jahr getroffen wurden. Damals habe man sich darauf verständigt, sich gegenseitig zu unterstützen. "Du warst einverstanden, dass ich FIFA-Präsident bleiben soll und wolltest dies öffentlich bekannt geben", behauptete Blatter.

Die UEFA-Spitze erhielt die Blatter-Briefe am Dienstag auf der Tagung ihrer Exekutive. Am Mittwoch wird auch Blatter ebenso wie sein Herausforderer Issa Hayatou (Kamerun) in der schwedischen Metropole eintreffen, um am UEFA-Kongress teilzunehmen. Johansson hatte die europäischen Mitgliedsverbände aufgefordert, bei der Wahl des FIFA - Präsidenten für den Kameruner zu votieren. Blatter indes warf Hayatou vor, er habe keine Visionen, sondern übernehme nur seine Ideen.

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