Herausforderung für BMW
Autohersteller reagieren gelassen

Daimler-Chrysler sieht nach der Brüsseler Entscheidung für die Liberalisierung des Autohandels in der EU aktuell keinen Bedarf, seine Vertriebsstrategie anzupassen.

HB/vwd STUTTGART. Man sei überzeugt, auch unter den geänderten Rahmenbedingungen mit den Marken des deutsch-amerikanischen Autokonzerns die Kunden in gewohnter Qualität bedienen und erfolgreich im Wettbewerb agieren zu können, sagte ein Sprecher der Daimler-Chrysler AG am Mittwoch in Stuttgart. Die Neuregelung hebt die strikte Markenbindung der Autohändler auf und soll grenzüberschreitenden Handel mit Neuwagen erleichtern.

Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Jürgen Hubbert hatte allerdings im Februar die Vorschläge von EU-Kommissar Mario Monti hanebüchen und als eine Diskriminierung westeuropäischer Hersteller zu Gunsten exotischer Marken genannt. "Diese Pläne machen das Autofahren eher teurer und nicht billiger", sagte Hubert damals. Vor allem befürchte er den Wegfall mittelständischer Betriebe.

BMW-Sprecher Michael Rebstock sagte, "wir betrachten dieses neue Regelwerk als Herausforderung dafür, dass wir auch künftig flächendeckend unsere Kunden sehr gut versorgen wollen". Der selbstständige Händler sei nach wie vor der Dreh- und Angelpunkt des Vertriebs. "Unsere geringen Preisdifferenzen innerhalb der EU machen die jetzt möglich werdenden Geschäfte nicht attraktiv".

Der Wolfsburger VW-Konzern hat gelassen auf die neuen EU-Vorgaben reagiert. Ein Sprecher sagte der dpa, das Unternehmen sei gut vorbereitet und setze unverändert auf das bewährte System des Vertragshandels. Die von der EU-Kommission beschlossene Neuregelung der so genannten Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) hebt die strikte Markenbindung der Autohändler auf und soll grenzüberschreitenden Handel mit Neuwagen erleichtern.

Der Einzelhandel hat eine Liberalisierung des Autohandels im Zuge der so genannten Gruppenfreistellungs-Verordnung der EU-Kommission begrüßt. Die Liberalisierung sei dringend notwendig und sorge für mehr Wettbewerb, erklärte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Mittwoch in Berlin. Mit dem Brüsseler Beschluss sei nun auch der Verkauf von Autos in normalen Einzelhandelsgeschäften grundsätzlich möglich.

"Es gibt keine vernünftigen Argumente, die gegen den Autoverkauf in Einzelhandelsgeschäften sprechen", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.

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