Herbstoffensive mit neuen Produkten rund um den PC
Microsoft startet Großangriff auf AOL

Mit einer groß angelegten Herbstoffensive will Microsoft in den kommenden Wochen PC-Besitzer anlocken. Dabei hat der Software-Gigant vor allem den Gegner seines Online-Services MSN im Visier - AOL.

dpa SEATTLE. Mit einer groß angelegten Herbstoffensive will Microsoft in den kommenden Wochen PC-Besitzer anlocken. Mit Spezial- Tastaturen und Computermäusen, einem Set zum Aufbau eines drahtlosen Heimnetzwerks (Wi-Fi), dem Tablet-PC mit eingebauter Handschrift- Erkennung und einer verbesserten Version des Audio- und Videoprogramms Windows Media will der Konzern die Umgebung rund um den PC attraktiver machen. Kernstück der Aktion ist jedoch eine neue Softwareversion des Online-Services MSN, mit der der Softwaregigant ab dem 24. Oktober vor allem seinen Gegner AOL herausfordern will.

Ein Verkehrsschild auf dem Microsoft-Firmengelände gibt die Marschrichtung vor: Aus STOP wurde mit drei Klebebuchstaben die Parole STOP AOL. Milliardenbeträge hat der Software-Konzern bereits in die Aufholjagd gesteckt. Vorläufig aber hinkt MSN mit rund acht Mill. Abonnenten weiterhin dem Marktführer AOL mit seinen 35 Mill. zahlenden Kunden hinterher. Mit dem neuen Software- und Servicepaket MSN 8.0 will Microsoft näher an die Konkurrenz herankommen. Allerdings plant auch der Online-Service des Mediengiganten AOL Time Warner, im Oktober die Versions-Nummer acht seiner Software zu veröffentlichen.

MSN 8.0 bietet weitaus mehr als ihre Vorgänger. Integriert wurden Programme zur Fotobearbeitung und zum Bezahlen von Rechnungen sowie der Online-Zugang zum Nachschlagewerk "Encarta". Für diese Angebote musste bisher separat bezahlt werden. In Zukunft sollen sie für MSN- Abonnenten zum Inklusiv-Angebot gehören. Das galt in früheren MSN- Versionen nur für Komponenten wie E-Mail und Online-Telegramme. Und sie konnten auch von Websurfern genutzt werden, die nur die MSN- Software nutzten, aber ihre Monatsgebühren bei einem anderen Service- Provider entrichteten.

Mit diesem kostenlosen Service für Fremdnutzer ist nun Schluss. Eine Gebühr für die Nutzung von MSN 8.0 soll in Zukunft dann erhoben werden, wenn Websurfer die MSN-Software nutzen, ohne gleichzeitig Abonnenten beim Online-Service MSN zu sein. Bisher gab Microsoft noch nicht bekannt, wie hoch die Gebühr sein wird. Klar ist aber, dass mit der Neuerung immer mehr MSN-Abonnenten angelockt werden sollen. Für AOL-Abtrünnige bietet Microsoft eigens einen Service namens TrueSwitch. Er hilft dabei, das persönliche Adressbuch sowie abgelegte E-Mails von der AOL-Software auf das MSN-Programm zu transferieren.

Microsoft hat außerdem bewusst getestet, welche Angebote bei der wichtigsten Online-Konkurrenz besonders beliebt sind. Man habe sogar AOL-Kunden interviewt, gestand unlängst die für MSN zuständige Managerin Lisa Gurry der Tageszeitung "Seattle Times". Von der Konkurrenz habe man zum Beispiel viel über den Einbau von Zugangskontrollen gelernt, mit denen Eltern das Websurfen ihrer Kinder regulieren können. Besonders stolz ist Gurrys Team über einen neuartigen Filter, mit dem lästige Werbe-Post aus dem E-Mail- Briefkasten entfernt wird. Benutzer von MSN 8.0 können ihre Software so einstellen, dass sie nicht nur die Überschrift und den Absender, sondern auch den Inhalt von unerwünschten Werbesendungen automatisch überprüft.

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