Herlitz kämpft seit Jahren mit sinkenden Umsätzen
Banken werden Kredite für Herlitz offenbar verlängern

Die Gläubigerbanken der Herlitz AG wollen nach Angaben aus Branchenkreisen ihre Kredite für den angeschlagenen Schreibwarenhersteller verlängern, sollte es zu einer Bürgschaft des Landes Berlin kommen.

Reuters BERLIN. "Wenn die zuständigen Gremien in Berlin der Bürgschaft bis zum 31. März zustimmen, werden die Banken die Kreditlinie für ein Jahr verlängern", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus den Kreisen. Banken aus dem Konsortium, die etwa 70 % an Herlitz halten, wollten dies nicht kommentieren. Die Konsortialbanken hatten am Mittwoch beschlossen, das Angebot des Landes Berlin für eine Bürgschaft zu Gunsten des angeschlagenen Konzerns anzunehmen. Danach war zunächst unklar geblieben, ob die Banken zugleich die Ende März auslaufenden Krediten verlängern würden.

Die Deutsche Bank, die die Konsortialführerschaft inne hat und die Hypovereinsbank, die den größten Kapitalanteil hält, lehnten eine Stellungnahme zu den Informationen aus Branchenkreisen ab. Eine Herlitz-Sprecherin sagte, sie habe davon keine Kenntnis.

Für das weitere Verfahren muss die Bürgschaft von den Banken beantragt werden. Eine Sprecherin von Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) hatte am Mittwoch gesagt, Herlitz habe dem Senat mitgeteilt, die Banken würden in den nächsten Tagen einen entsprechenden Antrag stellen. Nach früheren Angaben von Wirtschafts-Staatssekretär Volkmar Strauch (SPD) könnte ein Antrag im schnellsten Falle binnen einer Woche geprüft werden. Externe Wirtschaftsprüfer untersuchten den Antrag auf Plausibilität.

Ende März laufen Branchenkreisen zufolge Kredite in Höhe von 122,5 Mill. Euro aus. Strauch (SPD) hatte am Montag gesagt, eine Bürgschaft würde nur einen Teilbereich abdecken und deutlich unter dem genannten Betrag liegen.

Herlitz kämpft seit sechs Jahren mit ständig sinkenden Umsätzen und schreibt seit 1995 Verluste. Für 2001 verbuchte das Unternehmen einen Fehlbetrag von 100,7 Mill. DM (51,5 Mill. Euro). Im vergangenen Jahr hatten mehrere Banken mit rund 70 % die Aktienmehrheit des Traditionsunternehmens übernommen.

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