Herren starten am Mittwoch
Biathlon-Staffel gewinnt achte deutsche Goldmedaille

Die Biathlon-Staffel der Damen hat am Montag in Salt Lake City die achte Goldmedaille für das deutsche Team bei den Olympischen Winterspielen gewonnen. Katrin Apel (Oberhof), Usche Disl (Moosham), Andrea Henkel (Oberhof) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) setzten sich vor Norwegen und Russland durch. Für Henkel und Wilhelm war es bereits der zweite Olympiasieg in Salt Lake City.

dpa/sid SALT LAKE CITY. Damit haben Deutschlands Biathletinnen endgültig Olympia-Geschichte geschrieben. Mit dem dritten Gold setzte die 4x7,5-km-Staffel einen grandiosen Schlusspunkt unter die deutsche Olympiashow in Soldier Hollow. Katrin Apel (Oberhof), Uschi Disl (Moosham), Andrea Henkel (Oberhof) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) lagen im Ziel vor Norwegen und Russland und verschafften den deutschen Skijägerinnen mit insgesamt fünf Medaillen das beste Olympiaergebnis aller Zeiten.

Zuvor waren bereits Henkel und Wilhelm über 15 bzw. 7,5 km Olympiasiegerinnen geworden. Durch die achte Goldmedaille übernahm Deutschland zudem wieder die Führung im Medaillenspiegel.

"Wir haben bewiesen, dass wir eine Mannschaft sind. Es lag nicht an einer Einzelnen", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Mit der Devise "volle Pulle" wollten die deutschen Damen versuchen, "gleich am Anfang durch unsere zwei besten Läuferinnen auf den ersten beiden Positionen ein Loch zu reißen". Diese Taktik war im Olympiawinter bereits mehrfach aufgegangen.

"Mein großer Traum hat sich erfüllt. Der schlechte Anfang war ein gutes Zeichen. 1998 bin ich angelaufen, habe einen Ski-Stock zerbrochen und als 14. übergeben. Danach haben wir auch noch gewonnen", meinte Disl, mit acht Medaillen (zweimal Gold, viermal Silber, zweimal Bronze) erfolgreichste Biathletin aller Zeiten bei Olympischen Spielen. Bereis in Nagano zählten Apel und Disl zum Goldquartett.

Karin Apel schien die Vorgaben gleich umsetzen zu wollen. Bei strahlendem Sonnenschein legte die zuvor in den Einzelrennen chancenlose Oberhoferin ein hohes Tempo vor und blieb im Liegendanschlag zunächst fehlerlos. Als sie allerdings beim Stehendanschlag das dreimalige Nachladen nicht nutzen konnte und auf die Strafrunde musste, war Müssiggang bedient: "Das war ein klassischer Fehlstart. Sowas passiert ihr sonst nie." Apel meinte: "Ich laufe lieber, wenn es kalt ist. Hinten habe ich zumindest noch was rausholen können." Anschließend kündigte sie an, "den anderen heute abend einen auszugeben. Das bin ich ihnen wohl schuldig."

Als Sechste und mit einem Rückstand von 43,2 Sekunden auf die von Verfolgungs-Olympiasiegerin Olga Pylewa angeführten Russinnen übergab die 28 Jahre alte Sportsoldatin an Uschi Disl. Die bereits 1998 mit Staffel-Gold dekorierte Mooshamerin warf auf der zweiten Schleife ihre ganze Erfahrung in die Waagschale. In aller Seelenruhe räumte sie die fünf Scheiben im Liegen ab und übernahm die Führung. Selbst ein "Fahrkarte" im Stehendschießen brachte die 31-Jährige nicht aus der Ruhe.

Anschließend ließen sich Henkel und Wilhelm den Vorsprung nicht mehr aus der Hand nehmen, obwohl Wilhelm beim letzten Stendschießen zweimal nachladen musste. `Jetzt kann sie sich eigentlich beim Zieleinlauf eine Fahne leisten", sagte NOK-Präsident Walther Tröger, doch darauf verzichtete das `Rotkäppchen" aus Thüringen. Mit hocherhobenen Armen passierte die völlig ausgepumpte Wilhelm die Ziellinie. "Dass Kati dem Druck standgehalten hat, war sensationell", sagte Müssiggang.

Am Mittwoch (11.00 OZ/19.00 MEZ) gehen die olympischen Biathlon-Rennen in Soldier Hollow mit der 4x7,5-km-Staffel der Herren zu Ende.

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