Herrenbekleidungsbranche rechnet mit stagnierendem Umsatz
Dezente Karos bestimmen Männermode

In der Männermode zählt in diesem Winter wieder das Echte und Natürliche. Das Design kleide den souveränen Mann mit einer selbstbewussten Virilität, meinte Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Institut für Herrenmode im Vorfeld der Herren-Mode-Woche in Köln (1. bis 3. Februar).

agr KÖLN. Zurückhaltendes Understatement mit klassischen Formen und Tradition sind angesagt. Dezente Gitter-Karos, Checks und Streifenbilder prägen die Männermode.

Der neueste Modetrend passt auch zu den eher bescheidenen Aussichten der Herrenbekleidungsbranche. Während der Handel einen Umsatzrückgang von 3 % auf 14,4 Mrd. Euro im Jahr 2001 beklagt, konnte die Industrie den Umsatz mit 2,8 Mrd. Euro zumindest halten. Der Grund: ein starkes Exportgeschäft. Lediglich die Jeans feierten mit einem Umsatzplus von 2 % ein Comeback, sagte Heijo Gassenmeier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE).

Für 2002 gibt sich die Branche verhalten optimistisch. Nur 25 % der befragten Händler rechnen mit höheren Umsätzen. Im Vorjahr waren es noch 55 %. 42 % setzen 2002 auf eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses. Die Herrenbekleidungsindustrie rechnet ebenfalls mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, sagte Klaus Brinkmann, Vorsitzender des Verbandes der Herrenbekleidungsindustrie. Angesichts des starken Konkurrenzdrucks schließt er aus, dass die Branche in diesem Jahr ihre Preise erhöhen kann, um die gestiegenen Rohstoffkosten aufzufangen.

Verstärkt werde der Preisdruck noch dadurch, dass Unternehmen wie beispielsweise der Discounter Aldi oder der Kaffeeröster Tchibo Bekleidung verkauften. Der Marktanteil "dieser eigentlich branchenfremden Anbieter" sei von 1,7 % im Jahr 1980 auf inzwischen knapp 12 % gestiegen. Aldi nehme heute bereits den neunten Rang und Tchibo Platz 13 unter den 100 größten deutschen Bekleidungsanbietern ein.

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