Hersteller der Embedded Computer ergänzen sich technologisch und regional
Kontron und Jumptec wollen fusionieren

Die Bereinigung des Kurszettels am Neuen Markt schreitet voran: Nach Focus und Tomorrow, Phenomedia und Feedback sowie Openshop und USU kündigten am Mittwoch auch die beiden Anbieter so genannter Embedded Computer, Kontron und Jumptec, ihre Fusion an.

hof FRANKFURT/M. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied zu den vorangegangen Fällen: Sowohl die Kontron AG aus Eching als auch die Jumptec AG aus Deggendorf arbeiten profitabel. Die Fusion sei - so deuten es zumindest Analysten - keineswegs aus der Not geboren. "Die Unternehmen ergänzen sich technologisch und regional. Der Zusammenschluss ist sinnvoll", kommentierte Dennis Etzel von Cheuvreux.

Durch die Verschmelzung will das Management der beiden Firmen, das voraussichtlich vom bisherigen Kontron-Chef Hannes Niederhauser geführt wird, ein Synergiepotenzial von 25 Mill. Euro bis Ende 2003 heben. Positiv auf die Ertragslage kann sich nach Meinung von Alexandra Hauser von LBBW auch auswirken, dass Kontron aus seiner bisherigen Akquisitionstätigkeit einen Verlustvortrag mitbringe, der künftig vom Konzern genutzt werden könne. Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres haben die Unternehmen zusammen einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 20,6 Mill. Euro ausgewiesen. Der summierte Umsatz von 270 Mill. Euro im Jahr 2001 soll im kommenden Jahr auf 350 bis 400 Mill. Euro steigen. Die Wachstumsdynamik beider Firmen werde nach Unternehmensangaben Entlassungen verhindern. Zusammen haben die Firmen 1 260 Beschäftigte.

Vorteile aus der Fusion sieht Hauser vor allem bei Einkauf und Logistik. Außerdem werde nun fast die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Embedded Computer abgedeckt. Die Mini-Computer der beiden Unternehmen finden Anwendung beispielsweise im Maschinenbau, in der Telekommunikation, der Automobilindustrie bis hin zu Haushaltsgeräten. Kontron ist als Anbieter von Speziallösungen, Jumptec auf dem Massenmarkt tätig. Außerdem hat sich Jumptec mehr auf Europa konzentriert, Kontron ist in den USA und Asien stark. Probleme könnte nach Ansicht von Analysten die Integration der beiden Firmen mit sich bringen, zumal Kontron in diesem Jahr bereits fünf Akquisitionen hinter sich hat.

Ein Wertgutachten ergab nach Unternehmensangaben ein Verschmelzungsverhältnis zwischen Kontron und Jumptec von zwei zu drei Aktien. An der Börse wird Kontron zurzeit mit 345 Mill. Euro, Jumptec mit 171 Mill. Euro bewertet. Das davon abweichende Tauschverhältnis erklären die Unternehmen aus der unterschiedlichen Zahl an Aktien. Am Neuen Markt profitiert der Jumptec-Kurs am Mittwoch mit einem leichten Kursplus von der Nachricht, die Kontron-Aktie notierte knapp unter Vortagsniveau.

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