Hersteller entschuldigt sich öffentlich
Gurkenhobel-Streit beendet

Der deutsch-deutsche Gurkenhobel-Streit ist beigelegt. Nachdem der bayerische Küchengeräte-Hersteller Horst Giessmann vor anderthalb Wochen eine sächsische Familie beschimpfte, zeigte er am Donnerstag Reue.

HB/dpa JOHANNGEORGENSTADT/KÖLN. "Ich möchte mich bei den Leuten im Osten entschuldigen, die ich damit angegriffen habe. Das war nicht meine Absicht", sagte der 68-Jährige dem Fernsehsender RTL. Beim Rentner-Ehepaar Gertraud und Helmut Weyhe meldete sich der Geschäftsmann nach dpa-Informationen indes noch nicht.

13 Jahre nach dem Mauerfall drohte das Küchenutensil die Gemüter in Ost und West zu spalten. Unternehmer Giessmann hatte in einem Brief die Kunden aus den neuen Ländern beleidigt. "Ich empfehle Ihnen den Umgang mit Ihrem ehemaligen DDR-Schrott, weil Sie der Handhabung eines qualitativ hochwertigen Gerätes anscheinend nicht gewachsen sind", hieß es darin. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Giessmann selbst aus der ehemaligen DDR stammt und erst nach dem Mauerfall in den Westen ging. An seinem Marktstand in Bad Füssen begeisterte er auch das Ehepaar Weyhe, die das 25 Euro teure Küchengerät während eines Kuraufenthaltes erstanden hatten. Zuhause angekommen waren sie enttäuscht von der Funktionsweise.

Seitdem der Gurkenhobel-Streit publik wurde, erhielt Giessann nach eigenen Angaben zahllose Morddrohungen und wüste Beschimpfungen - von Ost- und Westdeutschen. Den Kaufpreis für das Objekt des Streites habe der Unternehmer der sächsischen Familie zurückerstattet. "Ich möchte nur, dass endlich wieder Ruhe einkehrt und wir die Sache so schnell wie möglich vergessen", sagte Gertraud Weyhe.

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