Hersteller hält am Großraum-Flugzeug A 380 fest
Airbus baut Belegschaft trotz Luftfahrt-Krise aus

Die deutsche Airbus-Organisation hat mit einer flexiblen Gestaltung der Arbeit auf die Krise der internationalen Luftfahrt reagiert. Zugleich will das Unternehmen keine Abstriche beim Projekt des Großraum-Flugzeugs A 380 machen.

beu HAMBURG. Die deutsche Airbus-Organisation hat mit einer flexiblen Gestaltung der Arbeit auf die Krise der internationalen Luftfahrt reagiert. Zugleich will das Unternehmen keine Abstriche beim Projekt des Großraum-Flugzeugs A 380 machen. In Hamburg sind nach den Worten des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Airbus Deutschland GmbH, Gerhard Puttfarcken, bereits 800 der zugesagten 2 000 neuen Arbeitsplätze entstanden. In diesem Jahr soll das eigene Personal weiter um 600 auf 17 600 aufgestockt werden. Puttfarcken: "Das Projekt ist so groß, dass wir es nicht je nach Konjunkturlage stoppen und wieder anschieben können." Der A 380 soll 2005 zu seinem Erstflug starten und ab 2006 im kommerziellen Flugverkehr eingesetzt werden. Bisher sind 103 Maschinen fest verkauft.

Um die Auslastungsschwankungen beim Flugzeugbau abzupuffern und die Arbeitsplätze der Stamm-Mitarbeiter zu sichern, haben sich die Airbus-Geschäftsführung und der Konzernbetriebsrat auf eine neue Konzernbetriebsvereinbarung geeinigt. Sie hat auch die Zustimmung der IG Metall Küste, sowie der zuständigen Arbeitgeberverbände gefunden. Kern der Vereinbarung ist ein sogenanntes "+3-Kontensystem". Es besteht aus einem Arbeitszeitkonto, einem Sicherheitskonto sowie einem Lebensarbeitszeitkonto. Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass Mehrarbeit grundsätzlich in Freizeit vergütet wird.

Das traditionelle Arbeitszeitkonto schlägt die Brücke zwischen Gleitzeit, Mehrarbeit und kurzfristigem Kapazitätsausgleich. Mehrstunden werden zunächst in dieses Arbeitszeitkonto eingestellt. Diese Mehrstunden können von den Mitarbeitern unter Berücksichtigung der betrieblichen Interessen in Freizeit abgegolten werden. Neu ist, dass aus dem Arbeitszeitkonto die Stunden auch auf das Sicherheitskonto oder das Lebensarbeitszeitkonto übertragen werden können. Bis 150 Stunden können auf dem Sicherheitskonto geparkt werden. In gleicher Höhe kann dieses Konto auch überzogen werden.

Auf das Sicherheitskonto greift Airbus zurück, wenn mangelnde Aufträge zu Überkapazitäten führen. Damit werden Kurzarbeit oder betriebsbedingte Kündigungen vermieden.

Dank des Lebensarbeitszeitkontos können Airbus-Mitarbeiter vorzeitig ohne finanzielle Verluste aus dem Beruf ausscheiden. Die in dieses Konto eingebrachte Zeit wird in Geld umgewandelt,in einem Fondsmodell angelegt. Um den vorzeitigen Ruhestand zu finanzieren wird das Geld dann zu einem späteren Zeitpunkt entnommen.

Externe Mitarbeiter erhalten künftig die gleichen Arbeitsbedingungen und Vergütungen wie die Stamm-Mitarbeiter. Hintergrund ist die verlängerte Einsatzmöglichkeit von Leiharbeitskräften. Für den Bezirksleiter der IG Metall Küste, Frank Teichmüller, hat die Vereinbarung Modellcharakter .

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