Hersteller kämpfen um lukrativen Multimediamarkt
Speicherchips: Turbo für Grafikkarten

Alle sechs Monate kommt eine neue Generation von Grafikkarten auf den Markt. Die Hersteller verwandeln mit ihrer Technik den PC in eine immer perfektere Multimediamaschine. Die Optimierung der Bildauflösung führt dazu, dass die Darstellung virtueller Welten immer realitätsnaher wird.

DÜSSELDORF. Der Grafikkartenmarkt ist heiß umkämpft. Ähnlich wie die Prozessorhersteller AMD und Intel liefern sich die Firmen eine regelrechte Technologieschlacht. Auch hier geht es um eine höhere Rechengeschwindigkeit, die sich bei diesem Compterbaustein jedoch in einer höheren Grafikauflösung zeigt, die Computerspiele und 3-D-Animationen noch brillanter erscheinen lässt.

Vor Monaten schien es, dass Nvidia mit dem "Geforce4" das Rennen um den schnellsten Speicherchip für Grafikkarten für sich entschieden hat - gegen den Konkurrenten ATI. Doch nun setzt der kanadische Chiphersteller Matrox mit seinem "Parhelia-512" der Konkurrenz hart zu. Und auch ATI gibt nicht auf. Der Grafikkartenhersteller will im Herbst mit dem neuen Chip "R300" wieder Boden gut machen.

Grafikkarte berechnet Schatteneffekte selbst

Bei statischen Darstellungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalku-lation wird die Grafikkarte des Computers nur wenig beansprucht. "Wer aber aufwendig animierte Computerspiele mit dreidimensional dargestellten Menschen, Monstern und Landschaften mag, dem wird auffallen, dass Grafikkarten bei der Berechnung verschiedener Perspektiven und schneller Bewegungen oft an ihre Limits stoßen", sagt Lars Potratz von Pehdesign Webgraphics. Werden zusätzlich Effekte wie Regen, Nebel und Lichtreflexionen eingesetzt, steigt der Rechenaufwand zusätzlich.

Damit die grafischen Berechnungen nicht mehr den Prozessor des Computers beanspruchen, werden diese inzwischen von der Grafikkarte ausgeführt, die dafür einen eigenen Prozessor und Speicher besitzt. Diese Speicher sind eigens für Grafiken optimiert. Je höher die Frequenz des Prozessors und die Leistungsfähigkeit des Speichers einer Grafikkarte sind, desto schneller und genauer ist die Darstellung auf dem Bildschirm.

Die leistungsstärksten Speicherchips sind zurzeit DDR-RAM, die auch bei den Chips von Nvidia, Matrox und ATI zum Einsatz kommen. RAM steht für "Random Access Memory" und bezeichnet wörtlich übersetzt den Direktzugriffspeicher. Die Abkürzung DDR steht für "Double Data Rate", also eine doppelte Datenrate. Denn beim DDR-RAM werden Daten sowohl auf der ansteigenden als auch auf der abfallenden Seite des Taktzyklus gelesen. Dadurch verdoppelt sich die Datenrate, und die Leistung des Speicherchips wird erhöht.

Virtuelle Welt auf mehreren Monitoren verteilt

Auch im PC zu Hause werden leistungsstarke Grafikchips längst nicht mehr nur für Computerspiele benötigt. "In Deutschland ist beispielsweise das Bearbeiten von Urlaubsfilmen auf dem PC sehr beliebt. Das ist für uns ein äußerst interessanter Markt", sagt Ottmar Knauer von Nvidia. Auch die Multiscreening-Technik, mit der Anwendungen auf mehreren Bildschirmen gleichzeitig abgebildet und gesteuert werden können, ist für Nvidia durch die zunehmende Verbreitung von Notebooks und Flachbildschirmen von großem Interesse.

Mit seinem Parhelia-512-Grafikchip hat Matrox jetzt bei vielen Einsatzgebieten mit der Konkurrenz gleichgezogen. Der Chip verfügt über 80 Millionen Transistoren und eine Taktung von 220 Megahertz. Außerdem besitzt er im Vergleich zur Konkurrenz einen größeren Speicher von 256 Bit und eine Bandbreite von bis zu 16 Gigabyte pro Sekunde. Zudem hat Matrox eine neue und äußerst effiziente Methode entwickelt, um die Daten für eine detailgetreue dreidimensionale Darstellung zu berechnen. Im Leistungstest der Computerzeitung c t konnte der Matroxchip vor allem durch seine hohe Auflösung überzeugen und durch seine Multiscreening-Fähigkeit.

Spätestens im Herbst geht nun das Wettrennen um die technologische Vormachtstellung in die nächste Runde. Für September hat Nvidia den neuen Geforce-Chip mit wahrscheinlich 120 Millionen Transistoren angekündigt. Über die genauen technischen Details hüllt sich Nvidia noch in Schweigen. Es heißt jedoch, dass es dem Unternehmen gelungen sei, mehr Transistoren auf kleinerem Raum unterzubringen, als dies bisher möglich war.

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