Hersteller setzen auf Design und Miniaturisierung
Digitalkameras erreichen ihre Leistungsgrenze

Die Zeit der Pixeljagd in der Digitalfotografie ist vorbei - bei sechs Millionen Bildpunkten ist die Grenze. Hersteller setzen nun auf Design und kleine Geräte. Vorteil für den Käufer: Die Technik veraltet nicht so schnell.

DÜSSELDORF. Mit etwas mehr als sechs Megapixeln - also gut sechs Millionen Bildpunkte - ist in der digitalen Fotografie eine Grenze erreicht. Das sagt Anders Uschold, Sachverständiger für Bilddaten verarbeitende IT-Technologien und Privatdozent am Lehrstuhl für Digitale Bildverarbeitung der Technischen Universität München. "Mit der heutigen Chiptechnik erreichen Profis damit eine Gleichstellung zum analogen Film", sagt der Experte. Das gelte besonders für digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven.

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Tests mit den 6-Megapixel-Kameras von Canon, Fujifilm und Nikon hätten gezeigt, dass die Bildauflösung der digitalen Geräte in den meisten Fällen bereits die der analogen Kleinbildkameras erreicht. "Belichtungsspielraum, Farbwiedergabe und Homogenität übertreffen das Niveau von Kleinbildfilmen sogar teilweise", fasst Uschold das Urteil von Profifotografen zusammen.

Wie Grafikkarten, Prozessoren und Drucker wurden digitale Kameras bislang vor allem über die Anzahl ihrer wiedergegebenen Bildpunkte - Pixel - definiert und vermarktet. Die Folge: Wer sich im Herbst eine brandneue digitale Kamera kaufte, knipste im folgenden Frühjahr schon mit einem veralteten Gerät. "Das ist nun vorbei, wer eine 6-Megapixel-Kamera kauft, kann sicher sein, dass er in puncto Auflösung bei künftigen Modellen mit keiner relevanten Steigerung mehr rechnen muss", sagt Uschold. Profis, die eine höhere Qualität wollen, müssten zur anlogen Fotografie wechseln oder neue digitale Konzepte abwarten.

Um die digitalen Kameras optimal nutzen zu können, benötigen die Anwender allerdings spezielle Objektive. "Viele Zoomobjektive sind zu schwach für Digitalkameras", sagt Uschold. Die Auflösung nutze den Sensor nicht angemessen aus. Auch die Verwendung von Weitwinkel-Objektiven führe zu Problemen. Hersteller wie Sigma bieten inzwischen optimierte Weitwinkelobjektive für Digitalkameras an. Es wird erwartet, dass andere Anbieter im Herbst zur Fachmesse Photokina diesem Beispiel folgen.

Nach dem Ende der Pixeljagd setzen die Kamerahersteller nun auf ansprechendes Design und kompakte Gehäuse. Mit kleinen Kameras in hochwertigen Aluminium- und Edelstahlgehäusen versuchen sie, Kunden zu gewinnen, die bereits eine digitale Kamera haben. Das scheint dem japanischen Hersteller Canon mit der digitalen Ixus gelungen: Die 2-Megapixel-Kamera des japanischen Herstellers hat inzwischen Kultstatus erreicht. Konkurrenten wie Konica, Sanyo und Kyocera haben nachgezogen.

Kleinere, kompaktere Kameras lassen sich jedoch nur mit kleineren Sensoren realisieren, die eine geringere Auflösung bieten. Die scheckkarten-große Kamera Exilim von Casio erreicht eine Auflösung von 1,3 Millionen Pixel, womit nur Fotos in der Größe 9 x 13 in ansprechender Qualität realisierbar sind. "Diese Minikameras sind nicht als Alternative zu den hochauflösenden Kameras gedacht, sondern können die klobigeren Geräte überall dort ersetzen, wo es nicht auf eine hohe Auflösung ankommt", sagt Uschold. Im Gegensatz zu einer ähnlich kompakten Kamera von Logitech besitzt die Exilim sogar ein kleines Display zur Wiedergabe der Bilder.

Ein weiterer Trend, der sich auch auf der Fachmesse Photokina im Herbst widerspiegeln wird, sind Lösungen zum Sofortbild, mit denen die digitalen Bilder direkt ohne PC ausgedruckt werden können. Dazu werden die Kameras direkt mit einem geeigneten Drucker verbunden. Bildauswahl und Bildverarbeitung können dann über das Menü in der Kamera oder über den Drucker gesteuert werden.

Quelle: Handelsblatt

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