Hersteller von Computerperipherie profitieren von Kaufzurückhaltung der PC-Anwender
Mäuse bringen an der Börse Mäuse

Es werden zwar weniger Computer verkauft, aber dafür rüsten die Anwender ihre Rechenmaschinen auf. Davon profitieren die Anbieter von Mäusen, Druckern oder Tastaturen. Die Aktienkurse der Firmen haben in den vergangenen Monaten bereits ordentlich zugelegt.

DÜSSELDORF. Der Absatz von Personalcomputern lahmt, und zwar schon länger. Umso überraschender ist die Entwicklung bei den Herstellern von Computerperipherie: Drucker, Mäuse, Tastaturen, digitale Kameras - mit diesen Produkten lässt sich zur Zeit noch gutes Geld verdienen. Für einen neuen Rechner mag es bei vielen nicht reichen. Für eine Aufrüstung der Maschine aber schon. Entsprechend positiv haben sich die Aktienkurse von Anbietern wie Logitech, Lexmark oder Canon in den vergangenen Wochen entwickelt.

Die Analysten der Deutschen Bank sehen Logitech, den Schweizer Hersteller von Computerzubehör, als weltweit führend bei den so genannten Interface-Produkten an, sprich kabellosen Mäusen und Keyboards, aber auch Videokameras. Wegen in der Vergangenheit durchweg überzeugender Ergebnisse empfiehlt die Deutsche Bank die Aktie als Kauf - trotz der bereits beachtlichen Kurssteigerung seit September vergangenen Jahres um 150 %.

Demnächst wollen die Schweizer ihre Produktpalette um Handys, Spielekonsolen und andere mobile Geräte erweitern. Experten halten ein Kursziel von 70 Euro deshalb durchaus für realistisch. Derzeit kostet die Aktie 53 Euro. Die Schweizer Firma geht wieder von einem zweistelligen prozentualen Gewinnanstieg pro Aktie aus.

Die Druckerhersteller profitieren vor allem vom Trend der digitalen Fotografie. Die Anwender wollen ihre Bilder schließlich auch in möglichst guter Qualität zu Papier bringen.

Canon und Lexmark haben seit den Tiefstkursen im September vergangenen Jahres ordentlich performed. Analyst Dr. Dung Tran Dinh von der Norddeutschen Landesbank empfiehlt den Anteilsschein der Canon Incorporation weiterhin zum Kauf. Seine Begründung: Mit den hochwertigen Büromaschinen, Laserdruckern, Telefax- und Computer-Peripheriegeräten sowie den zukunftsträchtigen digitalen Fotografie-Produkten sei das Unternehmen gut aufgestellt. Zudem gelte Canon als Musterbeispiel für Managementleistungen und Innovationskraft.

Lexmark dürfte einer der Profiteure der Elephantenhochzeit zwischen den Computerherstellern Hewlett-Packard (HP) und Compaq sein. Der Grund: Die Branche spekuliert, dass der PC-Hersteller und Konkurrent von HP, Dell Computer, künftig wohl verstärkt auf Lexmark als Partner setzen wird. Durch die Megafusion wird HP nämlich zum direkten Konkurrenten von Dell. Mit dem Vertrieb von HP-Druckern würde Dell nur den eigenen Konkurrenten stark machen.

Die Analysten des Investmenthauses Sound View Technology nennen für die Aktien von Lexmark, die derzeit bei 61 Dollar notieren, ein Kursziel von 70 Dollar.

Der Aktienkurs von Sharp hat sich bislang nicht besonders positiv entwickelt. Und das, obwohl Flachbildschirme bei den PC-Anwendern immer beliebter werden. Das liegt vor allem an dem beinharten Wettbewerb zwischen den Monitor-Herstellern und dem dadurch verursachten massiven Druck auf die Preise. Immerhin sind die so genannten TFT-Bildschirme binnen Jahresfrist um rund 50 Prozent billiger geworden. Analystin Antonia Zambon von der Zürcher Kantonalbank betrachtet Sharp dennoch als gute Kaufgelegenheit. Das Unternehmen verbessere laufend seine Gewinnstruktur, lautet ihre Begründung.

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