Hersteller von Objektiven gewinnen an Bedeutung
Digitale Fotos mit höherer Auflösung

Empfindliche Bildsensoren in digitalen Kameras sorgen für eine immer höhere Auflösung. Doch die Bildqualität wird nicht nur durch die Pixelzahl bestimmt, sondern von Optik, Elektronik und Mechanik zusammen.

Handelsblatt MÜNCHEN. Minolta hat die Messlatte bei den Megapixel auf eine neue Rekordhöhe gelegt. Damit hat ausgerechnet ein Unternehmen, das bislang auf dem digitalen Kameramarkt eher zurückhaltend agierte, Maßstäbe gesetzt. Der leistungsstarke CCD-Sensor (Charged Coupled Device) in dem Topmodell "Dimage 7" erfasst rund 5,24 Millionen Bildpunkte (Pixel). Die hohe Anzahl an Megapixel soll dem Kamerahersteller möglichst viele Kunden bescheren.

Doch der vermeintliche Vorsprung, den sich der japanische Kamerahersteller durch den neuen Sensor verschafft hat, wird nicht lange halten. Bei dem Rekordchip handelt es sich um ein Produkt von Sony, das der Hersteller auch anderen Herstellern von Digitalkameras anbieten wird. Und die werden bei dem Wettrennen um die Kamera mit der höchsten Auflösung weiter mitmachen. Denn die Anzahl der Megapixel ist zu einem entscheidenden Kaufargument geworden.

CCD-Bildsensoren gibt es inzwischen mit Auflösungen bis zu 18 Millionen Pixel, wie sie im professionellen Bereich vom Filmmarktführer Kodak in seinem neuen digitalen Kamerarückteil DCS Pro Back eingesetzt werden. Doch die Pixelzahl ist nicht das alleinige Kriterium für digitale Bildqualität. Für Steve Noble, Chefdesigner der professionellen Kodak DCS-Kameras in Rochester, USA, hängt diese entscheidend von der Abstimmung zwischen Kameratechnologie und CCD-Sensoren ab. "Die professionelle Bilddarstellung erfordert nicht nur Bilder hoher Auflösung, sondern Bilder, die sich durch hohe Detailzeichnung, einen hohen Kontrastumfang, geringes Rauschen und hohe Farbtreue auszeichnen", erläutert er. "Die optimale Abstimmung aller Faktoren ist ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit eines professionellen Kamerasystems."

Bildsensoren benötigen besser korrigierte Objektive als der Film, dessen meist größere Oberfläche auch gestreutes und seitlich einfallendes Licht erfassen kann. Digitale Objektive müssen die Lichtstrahlen direkt auf die winzigen Photodioden des in der Regel flächenmäßig sehr viel kleineren Sensors projizieren.

Durch die mittlerweile sehr hohe Leistungsfähigkeit der Chips nimmt die Bedeutung der Kompetenzen in Optik und Mechanik für die Qualität des digitalen Bildes zu. Und hier hat Minolta einiges an Know- how zu bieten, was auch bei der neuen Kamera zum Tragen kommt. So verfügt diese über ein neu entwickeltes Präzisionszoom mit einem Brennweitenbereich von 28 bis 200 mm (bezogen auf das Kleinbildformat).

Kamera-Hersteller wie Leica investieren gezielt in die Entwicklung neuer Objektive für die digitale Fotografie. "Wir arbeiten mit hohem Forschungsaufwand an künftigen Anwendungen für unsere optischen Systeme", sagt Ralf Koenen, Vorstand Technik der Leica Camera AG. Voraussetzung für eine kontrastreiche und fein nuancierte Wiedergabe von Bildern sind unter anderem hochwertige optische Gläser, minimale Toleranzen in der Fertigung und Mehrschicht-Vergütungen. Nur wenige Unternehmen wie etwa Fujifilm sind in der Lage, alle Basiskomponenten der digitalen Kamera - wie CCD, Prozessoren und Objektive - selbst herstellen. Und da die Objektive für digitale Kameras schwieriger zu bauen sind als für analoge Geräte, gehen immer mehr Kamerahersteller Allianzen mit Unternehmen ein, die das Know-how in den ergänzenden Technologien besitzen.

Durch die ausgefeiltere Technik und die hohen Preise für die hochauflösenden CCD-Bildsensoren sind die professionellen Kameras jedoch noch zu teuer für den Massenmarkt. Selbst für die "Dimage 7" muss der Käufer mit gut 3 000 DM tief in die Tasche greifen. Fachleute erwarten daher, dass sich der momentane Boom bei Digitalkameras zunächst etwas abkühlen wird.

Eine Belebung des Marktes erwarten die Marktkenner erst durch preiswertere CMOS-Bildsensoren, die eine hohe Auflösung und gleichzeitig hohe Bildqualität ermöglichen. Diese CMOS- Sensoren ("Complementary Metal Oxide Semiconductor") integrieren alle Steuerelemente auf dem Chip, verbrauchen weniger Strom und lassen sich preiswerter herstellen. Allerdings gab es bisher Nachteile bei der Bildqualität. Jüngste Entwicklungen in der CMOS- Technologie, wie sie Canon vor kurzem vorgestellt hat, sollen den Qualitätsunterschied inzwischen aber überwunden haben.

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