Herstellereigene Versicherungen
Autobauer werden Finanzdienstleister

Die deutschen Fahrzeughersteller wollen ihr Geschäft mit Finanzdienstleistungen ausweiten und erwarten, im Jahr 2006 jeden dritten Neuwagen mit einer herstellereigener Versicherung auszustatten. Das geht aus einer Befragung von 50 Top-Managern der Automobil- und Versicherungsbranche hervor.

vwd HAMBURG. Zwar glauben der Umfrage der Unternehmensberatung Mummert+Partner zufolge drei Viertel der Versicherer nicht an eine ernsthafte Bedrohung. Jedoch wollen die Produzenten vom Zugang zu den Neuwagenkäufern profitieren und dieser einkommensstarken Kundengruppe auch langfristig Finanzprodukte verkaufen. 2001 lagen die Bruttobeitragseinnahmen der Kfz-Versicherungen den Angaben entsprechend bei 21,4 Mrd ?.

Der Umfrage zufolge sieht die Automobilindustrie ihr margenstarkes Reparaturgeschäft in Gefahr, da die Versicherer im Rahmen des Schadenmanagements bei Kasko-Policen günstige Verträge vorzugsweise mit freien Werkstätten abschlössen. Im Zuge der Kundenbindung bekämen also immer mehr Neuwagenkäufer ein Komplettpaket mit Finanzierung und Versicherung angeboten und würden dabei an die Vertragswerkstätten gebunden. Künftig dürfte sich so eine Aufteilung des Kfz-Gewerbes abzeichnen. Zwar setze etwa die Hälfte der Versicherungen auf eine Kooperation mit den Herstellern.

Dieser Kuchen jedoch sei schon so gut wie verteilt, sagte der Mummert+Partner-Vorstandsvorsitzende Wilhelm Alms. Schließlich hätten die meisten Hersteller bereits einen festen Versicherungspartner. Während die Mehrheit der Versicherer langfristig von lediglich moderaten Vertriebserfolgen der Hersteller ausgehe, sähen die Autohäuser kräftige Marktanteile bei Kfz-Versicherungen voraus. Einige erwarteten gar, langfristig über die Hälfte der Neuwagen mit eigenen Policen auszustatten.

Daraus ergäben sich zwei Szenarien für die Zukunft, sagte Alms. Zum einen könnten sich die Versicherer mit einem erfolgreichen Schadensmanagement und somit günstigen Policen den Gesamtbestand bewahren und müssten nur zum Teil auf die lukrativen Zielgruppe der Neuwagenkäufer verzichten. Zum anderen könnten die Hersteller auch Marktanteile bei den Fahrern jüngerer Gebrauchtwagen gewinnen und der Gesamtbestand der Assekuranz, die nicht mit den Herstellern kooperiere, schrumpfe.

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