Hertha BSC verlässt Abstiegsplätze
Stuttgart zieht an FC Bayern vorbei

Der VfB Stuttgart hat sich am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga in der Tabelle vorerst auf Rang zwei vorgeschoben. Bayer Leverkusen kommt einem Startplatz im Uefa-Cup immer näher.

HB BERLIN. Der VfB Stuttgart hat am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga den FC Bayern München zumindest für gut 26 Stunden vom zweiten Tabellenplatz verdrängt. Nach dem 1:0-Erfolg bei Hannover 96 steht die Mannschaft von Trainer Felix Magath auf dem Rang, der die direkte Qualifikation für die «Königsklasse» bedeuten würde. Doch der Titelverteidiger ist im Lokalderby gegen 1860 ebenso erst am Sonntag im Einsatz wie Tabellenführer Werder Bremen beim VfL Bochum.

Im Uefa-Cup ist einer der beiden noch zu vergebenden Plätze fest für Bayer Leverkusen reserviert. Der Viertplatzierte (55 Punkte) setzte sich gegen Borussia Dortmund mit 3:0 durch. Damit könnte sich Bochum auf Rang fünf mit einem Punktgewinn gegen Bremen etwas von Verfolger BVB (beide 48) absetzen.

Im Abstiegskampf sind noch zwei Plätze zu vergeben. Nur das Tabellenschlusslicht aus Köln (20 Zähler) ist nach der 2:4-Pleite beim Hamburger SV deutlich abgeschlagen. Eintracht Frankfurt auf Rang 17 konnte mit dem 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg den Rückstand auf die Nichtabstiegsränge auf zwei Zähler verkürzen (jetzt 29).

Der bisherige Tabellen-16. aus Berlin hat derweil erstmals seit Februar die Abstiegszone wieder verlassen. Hertha BSC (32) zog nach dem 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern in der Tabelle an den Pfälzern (31) vorbei. Damit ist der TSV 1860 auf einen Abstiegsrang abgerutscht. Die Löwen (30) haben allerdings ein Spiel weniger absolviert. Im 199. Müncher Lokalderby am Sonntag gibt Trainer Gerald Vanenburg seinen Einstand bei den «Sechzigern».

Im Kampf um den Klassenverbleib kann sich Borussia Mönchengladbach nicht allein auf die Heimspiele verlassen. Durch Treffer von Fernando Baiano (44.) und Miroslav Karhan (66.) nahm der VfL Wolfsburg beim 2:0 (1:0)-Auswärtssieg alle drei Zähler vom Bökelberg mit. Gladbach hatte sich zwar als die wesentlich engagiertere Mannschaft präsentiert. Allerdings konnten die Platzherren die Wolfsburger nie richtig unter Druck setzen. Die Elf von Trainer Erik Gerets nutzte ihre wenigen Chancen konsequent aus.

Wolfsburg schadete es auch nicht, dass die Mannschaft seit der 69. Minute in Unterzahl spielte. Der eingewechselte Pablo Thiam hatte innerhalb von 24 Minuten wegen wiederholten Foulspiels gleich zweimal die Gelbe Karte gesehen.

Zum ersten Mal seit Februar hat Hertha BSC die Abstiegsränge verlassen. Nach dem klaren 3:0 (2:0)-Sieg gegen die ebenfalls abstiegsgefährdete Mannschaft aus Kaiserslautern haben sich die Berliner vorerst auf Rang 14 vorgearbeitet. Die Entscheidung in dieser Partie war schon in der Anfangsphase gefallen. Per Freistoß hatte Marcelinho die Berliner schon nach zwei Minuten in Führung gebracht. Artur Wichniarek legte wenig später mit seinem ersten Saisontor nach (16.). Für die endgültige Entscheidung sorgte Nationalspieler Fredi Bobic (24.) mit seinem ersten Treffer seit zehn Spieltagen. Auch Kaiserslautern brachte den Ball im gegnerischen Tor unter. Doch lenkte FCK-Kapitän Aleksander Knavs das Leder mit der Hand ins Netz. Der Slowene sah dafür die gelbe Karte.

Aufsteiger Eintracht Frankfurt kämpft weiter um den Klassenerhalt. Die Hessen haben durch den 3:0 (2:0)-Erfolg gegend die auswärtsschwachen Freiburger den Rückstand auf Rang 15 auf zwei Zähler reduzieren können. Ervin Skela brachte die Hessen per Foulelfmeter in Führung (29.). Der Albaner war zum vierten Mal in dieser Saison vom Elfmeterpunkt erfolgreich. Christoph Preuß machte kurz vor dem Halbzeitpfiff mit seinem Treffer dann alles klar. Markus Beierle (74.) sorgte für den 3:0-Endstand. Eintracht-Trainer Willi Reimann verfolgte die Partie diesmal von der Tribüne aus, nachdem der gesperrte Coach zuletzt in einem Baucontainer Platz genommen hatte.

Der VfB Stuttgart erwies sich auch in Hannover als die abgeklärtere Mannschaft. Nach dem frühen Führungstreffer durch Silvio Meißner (11.) taten die Schwaben nicht mehr als nötig. Die Niedersachsen waren zwar bemüht, zeigten sich vor dem Strafraum aber zu einfallslos. So brachte Stuttgart die Führung über die Zeit.

Tabellenschlusslicht 1. FC Köln kann auch weiterhin eine spielerische Überlegenheit nur selten in Tore umsetzen. Auch bei der 2:4 (1:1)-Pleite beim Hamburger SV dominierten die Domstädter die Partie zunächst über weite Strecken, konnten jedoch kein zählbares Ergebnis vorweisen. Prompt stellte der Hamburger Führungstreffer durch Christian Rahn (41.) den Spielverlauf auf den Kopf. Zwar gelang Lukas Podolski kurz vor dem Seitenwechsel der Ausgleich (44.), doch hatte das 1:1 nicht lange Bestand.

Denn nach der Pause brachen die Gäste völlig ein. Sergej Barbarez (52.), David Jarolim (65.) und Milan Fukal (68.) sorgten mit ihren Treffern innerhalb einer guten Viertelstunde für eine klare 4:1-Führung des HSV. Der zweite Kölner Treffer durch Christian Springer (83.) hatte nur noch statistischen Wert.

Borussia Dortmund hat im Kampf um einen Uefa Cup-Platz wieder einen Rückschlag hinnehmen müssen. Dagegen steuert Bayer Leverkusen nach dem 3:0 (2:0)-Sieg gegen die Westfalen weiter einem internationalen Wettbewerb entgegen. Die Gastgeber sorgten im ersten Spielabschitt für die Entscheidung. Marko Babic war in der BayArena schon nach sechs Minuten erfolgreich. Franca erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 (22.). Für den Endstand sorgte Dimitar Berbatow (54.) per Foulelfmeter. Der Dortmunder Kapitän Stefan Reuter bestritt in dieser Begegnung sein 500. Bundesliga-Spiel, wurde aber nach dem dritten Treffer ausgewechselt.

Den Uefa-Cup muss Schalke 04 endgültig abgeschreiben. Bei Hansa Rostock kassierten die Gelsenkirchner eine 1:3 (1:1)-Niederlage. Dabei hatte Gerald Asamoah die Gäste schon nach zehn Minuten in Führung gebracht. In der Folge dominierte allein Schalke die Partie. Doch nach dem überraschenden Ausgleich durch Razundara Tjikuku (35.) kippte die Begegnung.

Die Schalker zeigten geschockt, Rostock bekam die Begegnung jetzt in die Hand. Nach einem krassen Abwehrfehler in der Schalker Hintermannschaft brachte Martin Max den Ball im leeren Tor unter (62.). Sechs Minuten später machte der Hansa-Stürmer mit seinem zweiten Treffer in dieser Partie alles klar.

In Bochum hat man in dieser Saison keine Angst vor großen Namen. «Wir haben den FC Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke geschlagen», so Stürmer Vahid Hashemian. «Jetzt wollen wir auch gegen Bremen gewinnen.» Der VfL benötigt unbedingt drei Zähler, will die Mannschaft auch weiterhin einen Uefa-Cup-Platz belegen. Verstecken wollen sich die Bochumer im eigenen Stadion auf gar keinen Fall. Auch wenn Nationalspieler Paul Freier (Gelbsperre) und Stürmer Peter Madsen fehlen.

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen vier Spielen hat Bremens Trainer Thomas Schaaf Spekulationen über eine zunehmende Nervosität seiner Spieler zurückgewiesen. «Wir haben keine Flatter und befinden uns in einer wunderbaren Situation, da wir unsere ursprünglichen Ziele schon erreicht haben.» Schaaf hofft, dass vor dem Spiel in Bochum Mladen Krstajic noch fit wird, der an den Folgen einer Wadenbeinprellung leidet. Ümit Davala und Valerien Ismael sind wegen ihrer Sperren nicht mit von der Partie.

Außer auf den gesperrten Spielmacher Michael Ballack muss das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld im Lokal-Derby auch auf Samuel Kuffour verzichten. Der Abwehrspieler liegt mit Windpocken im Bett. Noch offen ist hingegen, ob Sebastian Deisler am Sonntag sein Bundesliga-Comeback geben wird. Der Nationalspieler, der zuletzt am 9. November gegen Borussia Dortmund aktiv war, soll zunächst noch einmal bei den Amateuren zum Einsatz kommen.

Genauso wie der Lokalrivale benötigen auch die «Löwen» jeden Punkt. Der neue Trainer Gerald Vanenburg weiß, wo er den Hebel ansetzen muss. «Jetzt geht es erst mal darum, kein Gegentor zu bekommen.» Auch sonst hat der Niederländer seinen Spielern klare Vorschriften gemacht. Die Profis müssen «laufen und kämpfen ohne Ende».

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