Hertha hat allen Grund zur Sorge
Bayern droht titellose Saison

Die Münchner entpuppten sich in Rostock als Maulhelden: Aus dem in Madrid angekündigten Angriff auf die führenden Bremer wurde nichts. Erste Stimmen stellen Trainer Ottmar Hitzfeld in Frage.

HB DÜSSELDORF. Der Trophäenschrank des FC Bayern München bleibt in diesem Jahr wohl geschlossen. Nach der Blamage im Pokal und dem Aus in der Champions League ist der teuerste Kader der Vereinsgeschichte auch im Kampf um die Meisterschaft mächtig ins Hintertreffen geraten. Beim 3:3 gegen Hansa Rostock entpuppten sich die Münchner als "Maulhelden": Aus dem noch am Mittwoch in Madrid angekündigten Angriff auf Tabellenführer Werder Bremen wurde ein neuer Rückschlag. Die lauter werdende Diskussion um Trainer Ottmar Hitzfeld veranlasste Torhüter Oliver Kahn zu einem Plädoyer für den Fußball-Lehrer: "Es gibt doch für den FC Bayern auf der Welt keinen besseren Trainer. Ihn in Frage zu stellen, ist lächerlich."

Angesichts des Neun-Punkte-Rückstandes wird das Klima beim deutschen Rekordmeister immer rauer. Vor allem die Art und Weise, wie der frühe Zwei-Tore-Vorsprung leichtfertig verspielte wurde, stimmte nachdenklich. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schimpfte über die drei "Kindergarten-Gegentore", und Präsident Franz Beckenbauer sorgt sich nun sogar um die Rückkehr in die Champions League: "Die Meisterschaft war schon vor ein paar Wochen unrealistisch. Es geht um Platz zwei, und auch da müssen wir ein bisschen aufpassen."

Denn der Tabellendritte VfB Stuttgart kommt wieder in Fahrt. Mit dem 2:0 gegen 1860 München sind die Schwaben dem FC Bayern bis auf drei Punkte auf die Pelle gerückt. Die "Löwen" sind nun nicht nur im Stadion-Skandal sondern als Tabellen-14. auch im Abstiegskampf in Not. Allerdings verlor ebenfalls der unmittelbare "Keller"-Rivale Borussia Mönchengladbach (15. Rang) unglücklich beim VfL Bochum durch ein Eigentor von Sladan Asanin in der 88. Minute mit 0:1.

Den sprichwörtlichen "Bayern-Dusel" haben in dieser Saison die Bremer. Nur wenige Minuten nachdem in München dem vermeintlich vorentscheidenden Treffer von Samuel Kuffour zum 3:1 gegen Rostock die Anerkennung verweigert wurde, verhalf Referee Edgar Steinborn den Bremern zum 3:2 gegen Schlusslicht 1. FC Köln. Steinborns umstrittener Pfiff beim Kopfballtor von Matthias Scherz (83.) brachte den Gast um einen möglichen Punktgewinn und Kölns Altinternationalen Wolfgang Overath in Rage: "So etwas Blindes wie den Steinborn habe ich noch nicht gesehen. Das war ein reguläres Tor."

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