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Hertha korrigiert Saisonziel: Nur Klassenerhalt zählt

Manager Dieter Hoeneß verkündigte es auf der Mitgliederversammlung und korrigierte das Saisonziel damit offiziell nach unten. An Trainer Huub Stevens hält er weiter fest.

HB BERLIN. "Für diese Saison kann jetzt nur noch gelten, die Klasse zu halten", erklärte Hoeneß. Trotz der gegenwärtigen sportlichen Krise verteidigte Hoeneß vor 836 Mitgliedern im Berliner ICC das Festhalten an Trainer Huub Stevens: "Wir haben dadurch an Glaubwürdigkeit gewonnen, die Mannschaft wächst zusammen." Allerdings prophezeite Hoeneß "einen steinigen Weg, um da unten raus zu kommen".

Mit einem Straftraining für die Profis hatte Stevens auf den erneuten schweren Rückschlag in der Bundesliga reagiert. Hoeneß ordnete die vergangenen schwierigen Wochen als begrenzten negativen Abschnitt in einer langfristigen positiven Entwicklung des Hauptstadtclubs ein. "Wir sind alle enger zusammen gerückt, um das zu verteidigen, was wir seit Jahren aufgebaut haben. Diese Krise birgt auch eine Chance. Nach der jahrelangen guten Arbeit haben wir einen Kredit verdient, die kritische Lage durchzustehen", sagte Hoeneß.

Herthas Wirtschaftszahlen für die Saison 2002/2003 demonstrieren die Entwicklung: Mit 69,2 Mill. ? verzeichnete der Club einen Rekordumsatz, die Verbindlichkeiten konnten leicht auf 16,8 Mill. ? gesenkt werden. Der Gewinn für das Geschäftsjahr betrug vor Abschreibungen und Steuern 5,3 Mill. ? - und damit rund drei Mill. weniger als in der Saison zuvor. 11 228 Mitglieder gehören derzeit Hertha BSC an.

Die 2:4-Niederlage in Kaiserslautern zeigte jedoch, dass einige Spieler den Ernst der sportlichen Lage offenbar noch nicht hundertprozentig erkannt haben. "Man könnte es meinen, wenn man das sieht. Das ist genau zu klären, das können wir uns nicht bieten lassen", meinte Hoeneß. "Ich bitte um Unterstützung, nur gemeinsam kommen wir da raus", erklärte Kapitän Dick van Burik, der sich mit dem gesamten Team rund vier Minuten der Mitgliederversammlung stellte.

"Was uns komplett fehlt in dieser Saison ist die Fähigkeit, ein Spiel zu entscheiden, wenn es darauf ankommt", gab Manager Hoeneß zu. 25 Gegentore hat Hertha in 13 Spielen kassiert, so viel wie seit sechs Jahren nicht. Die von Trainer Stevens immer wieder betonte Balance im Team stimmt nicht. "Dieser Rückschlag wird nicht von Dauer sein", versprach Aufsichtsratschef Rupert Scholz.

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