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Hertha stoppt vorerst Wolfsburgs Aufschwung

Nach Wochen auf Wolke sieben ist der VfL Wolfsburg einen Tag vor der Vorstellung seines neuen Managers Thomas Strunz wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt worden.

dpa WOLFSBURG. Nach Wochen auf Wolke sieben ist der VfL Wolfsburg einen Tag vor der Vorstellung seines neuen Managers Thomas Strunz wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt worden.

Mit dem 2:3 (0:1) gegen Hertha BSC ging für die "Wölfe" nicht nur eine Serie von sechs Heimsiegen in Folge zu Ende. Die Niedersachsen verloren nach der zweiten Heimniederlage der Saison auch den Anschluss an Tabellenführer Bayern München. "Das ist bitter. Wir haben uns selbst geschlagen und eine glänzende Ausgangsposition vor der Winterpause vorerst vergeben", befand VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs enttäuscht.

Thomas Brdaric teilte zwar die Einschätzung von Fuchs. So unerwartet kam der Rückschlag für den Nationalspieler allerdings nicht. "Wir haben uns nie als Spitzenmannschaft bezeichnet und nur unser Spiel durchgezogen. Jetzt haben anscheinend einige angefangen zu überlegen, warum wir dort oben stehen. Wenn du damit anfängst, dann ist es vielleicht zu spät", meinte der 29 Jahre alte Stürmer.

Brdaric hatte das Spiel aus taktischen Gründen zunächst nur von der Bank aus verfolgt. Als er dann nach 25 Minuten endlich in die Partie durfte, hatte das Unheil aus Wolfsburger Sicht bereits seinen Anfang genommen. Der überragende Marcelinho schoss die Berliner nach 16 Minuten auf die Siegesstraße, legte nach 47 Minuten nach und hatte auch die passende Antwort parat, als der VfL durch Pablo Thiam (50.) und eben Brdaric nach dessen sechsten Saisontreffer (68.) auf dem Weg zur Wende schien.

Der dritte Streich des Brasilianers (74.) war trotz allen Bemühens nicht mehr zu korrigieren und ließ Wolfsburgs Spieler wie die 23 886 Anhänger in der Volkswagen Arena ernüchtert nach Hause gehen. "Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren. Aber so ist eben Fußball", verlor sich VfL-Kapitän Stefan Schnoor in Allgemeinplätzen. Fuchs wurde deutlicher: "Mindestens zwei Tore waren geschenkt. Manchmal hatte ich den Eindruck, einige hätten Schwierigkeiten im Umgang mit dem Ball." In diese harsche Kritik wollte VfL-Trainer Erik Gerets nicht einstimmen. Aber auch bei ihm hinterließ die sechste Saisonpleite Spuren. "Wir haben den Berlinern mit unseren Fehlern geholfen", gestand er ein.

Die Berliner nahmen die Geschenke dankbar an und schafften nach dem dritten Auswärtssieg in Folge den Anschluss an die obere Tabellenhälfte. Zu verdanken hatten sie dies vornehmlich Marcelinho wegen dessen Saisontoren sechs bis acht. "Für seine Leistung gibt es nur ein Prädikat: Weltklasse", lobte Hertha-Manager Dieter Hoeneß den überragenden Auftritt des Mittelfeld-Regisseurs. Trainer Falko Götz hatte aber auch noch eine weitere Ursache für den Aufschwung ausgemacht. "Da ist eine neue Qualität in unserer Mannschaft. Sie kommt zurück, wenn sie einen Rückschlag eingesteckt hat", stellte der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer erfreut fest.

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