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Hertha verlängert mit 3:1 Bayers Achterbahnfahrt

Hertha BSC hat Angstgegner Bayer Leverkusen auf die nächste Runde der Achterbahnfahrt geschickt. Eine brasilianisch-türkische Gala bescherte den Berlinern beim 3:1 (1:0)-Erfolg im Olympiastadion den ersten Heimsieg der Saison und lässt die Hertha BSC in der Tabelle wieder nach oben schauen.

dpa BERLIN. Hertha BSC hat Angstgegner Bayer Leverkusen auf die nächste Runde der Achterbahnfahrt geschickt. Eine brasilianisch-türkische Gala bescherte den Berlinern beim 3:1 (1:0)-Erfolg im Olympiastadion den ersten Heimsieg der Saison und lässt die Hertha BSC in der Tabelle wieder nach oben schauen.

"Jedes Gegentor war wie ein Stich ins Herz", gestand Bayer-Trainer Klaus Augenthaler enttäuscht. "Auge" muss sich zwei Tage vor dem Champions-League-Heimspiel gegen den AS Rom etwas einfallen lassen, um sein unkonzentriert und ohne Engagement auftretendes Team wieder neu zu motivieren. "Hoffentlich wird die Partie gegen Rom wieder im brasilianischen Fernsehen gezeigt", meinte der Coach unter Anspielung auf die Bayer-Show gegen Real Madrid (3:0).

Gerade seine Südamerikaner um Roque Junior und Franca wirkten in Berlin ausgepumpt und ideenlos. "Wenn drei, vier Spieler nicht einmal Normalform erreichen, kann man keinen Blumentopf gewinnen", monierte der Coach. Schwankungen seines Team wie in dieser Saison habe er noch nie erlebt. Augenthaler: "Das ist ein Wellental ungewöhnlichen Ausmaßes."

Hertha BSC hingegen wähnt sich nach dem zweiten Saisonerfolg hintereinander und dem nunmehr 7. Platz vor dem punktgleichen Bayer-Team auf dem aufsteigendem Ast. Vor allem das glänzende Zusammenspiel der Brasilianer Gilberto und Marcelinho mit dem sein Heimdebüt feiernden Türken Yildiray Bastürk ließ die 47 152 Zuschauer Jubelgesänge anstimmen. "Das war Euphorie pur - so wird es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen", frohlockte Niko Kovac, der einen Tag nach seinem 33. Geburtstag ebenfalls eine Klasse-Partie bot.

Auch ohne Tor wusste diesmal Fredi Bobic zu gefallen. Mit einem Kopfball bereitete er das 1:0 durch Gilberto glänzend vor (39.) und legte dann auch zum entscheidenden 3:1 durch Marcelinho (78.) auf. "Dass mir kein Tor gelang, ist mir Wurscht. Die Hauptsache ist der Sieg", meinte der Auswahlstürmer. "Jetzt weiß ich, wofür ich eine Kerze anzünden muss. Irgendwann fällt dem Fredi auch mal ein Ball auf den Fuß", sagte Hertha-Trainer Falko Götz, der nach seiner Flucht aus der DDR zwischen 1985 und 1 988 115 Bundesliga-Spiele für Leverkusen bestritten und mit Bayer 04 sogar den Uefa-Cup (1988) geholt hatte.

Für den schönsten Treffer des Tages hatte aber Thorben Marx gesorgt, der eine Vorlage von Arne Friedrich aus 20 Metern in den Winkel jagte (52.). Nach dem zwischenzeitlichen 1:2 durch Bernd Schneider (54.) hatten die Gäste ihre Lethargie zwar etwas abgelegt, waren jedoch einem Punktgewinn nie ernsthaft nahe gekommen.

Götz verteidigte nach dem Match das erfolgreiche System mit nur einer Spitze und einem massiven Mittelfeld. "Wir haben kein Stürmer-Problem", behauptete er. Dennoch hat von den Angreifern bislang nur Bobic gegen Mainz getroffen, alle anderen Treffer erzielten Mittelfeld-Akteure. Bastürks erster Auftritt vor heimischer Kulisse lässt den Trainer jedoch weiter auf ein noch variableres Offensiv- Spiel hoffen. "Endlich konnte wir mal in der Wunsch-Formation spielen. Bastürk hat unser Spiel enorm belebt", meinte Götz.

Auch der kleine Türke war zufrieden mit seinem Spiel. "Das erste Match und gleich ein Sieg gegen Leverkusen. Was will ich mehr? Selbst die Sticheleien aus meinem Ex-Club sind im Rahmen geblieben. Aber natürlich haben es einige nicht gern gesehen, dass ich jetzt bei Hertha spiele", gestand Bastürk, der nach einem Wadenbeinbruch zehn Wochen auf seinen Einsatz bei Hertha BSC warten musste.

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