Hertz-Familie angeblich größtes Hindernis
Procter & Gamble verhandelt über Beiersdorf-Anteil

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Co. befindet sich in vorläufigen Gesprächen zum Kauf des 43,6-prozentigen Anteil der Allianz an Beiersdorf. Eine formelle Offerte hänge von der Entscheidung eines anderen Aktionärs ab.

HB/dpa NEW YORK. Sie werde erst früh im kommenden Jahr erwartet. Dies berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag in New York in seiner Onlineausgabe unter Berufung auf der Allianz nahe stehende Personen. Noch sei kein Angebot gemacht worden, hieß es weiter. Procter & Gamble sei weiterhin interessiert an dem Anteil und könnte in den kommenden Monaten versuchen, ihn zu kaufen.

Das Haupthindernis sei die Hertz-Familie, die den deutschen Kaffeehersteller Tchibo Holding AG kontrolliere und die eine Minderheitsbeteiligung von 31 Prozent an Beiersdorf halte. Die Familie sei sich nicht einig, ob und zu welchem Preis der Tchibo - Anteil an Beiersdorf verkauft werden solle. Die Familie würde wahrscheinlich zum richtigen Preis verkaufen. Bisher zögere Procter & Gamble, den geforderten Preis zu zahlen. Die Allianz lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Beiersdorf-Sprecher habe erklärt, die Gesellschaft wisse nichts von einem Angebot, berichtete das "Wall Street Journal".

Nach Medienberichten zu einem Angebot von Procter & Gamble hatten am Mittwoch die Aktien von Beiersdorf und Allianz an den deutschen Börsen im Interesse gestanden. Nach Presseberichten soll die amerikanische Konsumgüterfirma 5,5 Milliarden Euro oder 150 Euro je Aktie für den Allianz-Anteil geboten habe. Beiersdorf ist mit seinen Nivea-Produkten attraktiv.

Ein Beiersdorf-Käufer wie Procter & Gamble oder die französische L'Oreal SA würde wahrscheinlich mehr als 75 Prozent der Gesellschaft haben wollen, das Minimum um eine deutsche Firma zu restrukturieren. Er müsste deshalb wenigstens einen Teil der Tchibo-Anteile kaufen. Tchibo sei ebenfalls daran interessiert, seine Barmittel einzusetzen, möglicherweise durch eine Erhöhung des Beiersdorf-Anteils. Procter & Gamble stellt Oil of Olay her. Ein Nivea-Kauf würde es dem US-Unternehmen helfen, im Hautpflegemarkt die Lücke zu L'Oreal zu schließen und seine Präsenz in Westeuropa zu stärken. Die Procter & Gamble-Aktien sind am Mittwoch um 19 Cent auf 87,46 Dollar gefallen.

Procter & Gamble hat am Mittwoch nachbörslich seine Gewinnprognose für das am 31. Dezember auslaufende zweite Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 erhöht. Dabei führte das Unternehmen das starke Gesundheitspflege-Geschäft und die gute Entwicklung in den Entwicklungsländern an.

Der Gewinn pro Aktie dürfte in dem Dreimonatsabschnitt unter Ausklammerung von Restrukturierungsbelastungen im hohen einstelligen Bereich steigen und über den gegenwärtigen Konsens-Schätzungen liegen, erklärte der Konsumgüterriese. Die von Thomson First Call befragten Analysten rechnen mit einem Gewinn von 1,10 Dollar je Aktie. Der Absatz dürfte im hohen einstelligen Bereich zulegen und der Umsatz im mittleren bis hohen einstelligen Bereich.

Für das Gesamtjahr rechnet Procter & Gamble mit einem zweistelligen Anstieg des Gewinns pro Aktie. Der Jahresumsatz dürfte unter Ausklammerung von Wechselkursauswirkungen um vier bis sechs Prozent steigen.

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