Herunterstufung durch Julius Bär
Analysten sehen Aixtron weiterhin positiv

Der im Blue Chip-Index Nemax 50 notierte Titel hat auf Grund panikartiger Verkäufe zeitweise mehr als 18 Prozent auf 29,61 Euro eingebüßt.

Reuters FRANKFURT. Die Aixtron-Papiere markierten Anfang April mit 28,25 Euro ein Jahrestief. Den höchsten Stand des laufenden Jahres erreichten die Aktien mit 60,00 Euro Ende Januar.

Kurssturz der Aixtron-Aktien

Händler sagten, der Kursrutsch stehe im Zusammenhang mit einer Herunterstufung der Aixtron-Aktie durch das Bankhaus Julius Bär. Die Bank hatte die Aktien des Herstellers von Produktionsanlagen für Verbindungshalbleitern zuvor auf "Sell" von "Reduce" heruntergestuft. Befragte Analysten sagten hingegen, sie sähen den Wert zunächst weiterhin positiv. Aixtron bestätigte indessen auf Anfrage die bisherigen Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2001.

Im Markt hieß es, das neue Kursziel von Julius Bär für Aixtron belaufe sich nur noch auf 20 Euro. Die Bank bestätigte die Änderung der Einschätzung, wollte ein Kursziel zunächst aber nicht nennen. Ein Frankfurter Händler sagte, auf der Verkäuferseite seien zum Teil massive Abgaben von Fonds zu erkennen. Aixtron ziehe auch den Nemax 50-Index deutlich herunter. Die Blue Chips des Neuen Marktes fielen am Montag um mehr als drei Prozent auf 1 365 Punkte. Die Umsätze fielen am Montag bis zum frühen Nachmittag mit rund 1,35 Millionen auf Xetra gehandelten Stücken extrem hoch aus.

DG-Bank Analyst Harald Schnitzer sagte, er sehe die Aixtron-Aktie positiv und bewerte sie mit "Kaufen". Die Befürchtungen im Markt, Gewinnwarnung wie beispielsweise die des weltweitgrößten Zulieferers von Glasfaserkomponenten JDS Uniphase könnten sich auch auf Aixtron niederschlagen, teilt der Analyst nach eigenen Angaben nicht.

Für 2001 erwartet Schnitzer bei Aixtron ein Umsatzwachstum von 50 Prozent und für 2002 von 30 bis 40 Prozent. Der Analyst fügte hinzu, das Auftragsvolumen von JDS bei Aixtron werde massiv überschätzt. In den vergangenen sechs Jahren habe JDS nur rund sieben Maschinen geordert. Auf Sicht von sechs Monaten erwartet Schnitzer für die Aixtron-Aktie ein Kurspotenzial von 20 Prozent.

HSBC belässt Einstufung auf "Kaufen"

Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burckhardt, sagte, die aktuelle Schwäche des Halbleitersektors werde auch Spuren bei Aixtron hinterlassen, so dass die Wachstumsraten geringer ausfallen sollten als im Jahr 2000. Dabei handele es sich aber um eine temporäre Entwicklung, die an den langfristig positiven Wachstumsperspektiven für Aixtron nichts änderten. Man könne sich aber darüber streiten, wie positiv diese seien, sagte Schramm. Der Analyst fügte hinzu, er wolle zunächst die Zahlen des zweiten Quartals abwarten. Derzeit bewerte er die Aixtron-Aktie, die nach seiner Einschätzung auch unter dem schwachen Marktumfeld leidet, noch mit "Kaufen".

SES-Research-Analyst Malte Schaumann sagte, Aixtron sei sicherlich noch die "beständigste und beste Story" am Neuen Markt. Von der Halbleiterindustrie bestehe keine wirkliche Abhängigkeit. Die Aufträge, die bei Aixtron reingingen, reichten schon bis in das Jahr 2002, so dass die Umsatz- und Gewinnprognosen für das Jahr 2001 "auf jeden Fall" erreicht werden sollten. Schaumman sagte, die Aktie sei schon immer teuer gewesen. Auf dem jetzigen Niveau biete sie sich zum Einstieg an. Der Analyst bewertet die Aktie mit "Outperformer".

Auf Anfrage bestätigte ein Aixtron-Sprecher am Montag die bisherigen Prognosen des Unternehmens. Demnach werde der Jahresüberschuss 2001 im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent auf 29,5 Millionen Euro steigen. Beim Umsatz rechnet Aixtron mit einem Anstieg um 50 Prozent auf 235 Millionen Euro. Verbindungshalbleiter kommen in den expandierenden Branchen LED (Leuchtdioden), Telekommunikation und Solarzellen zum Einsatz.

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