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Herz-Clan liebäugelt weiter mit Beiersdorf

Die Mitglieder der Hamburger Familiendynastie Herz wollen weiter an einem Strang ziehen, falls ihre Beteiligung an der Hamburger Beiersdorf AG (Nivea, Tesa, Hansaplast) ausgebaut werden sollte.

HAMBURG. Dies gelte auch nach dem Rückzug des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Günter Herz und seiner Schwester Daniela aus der Hamburger Tchibo Holding AG, teilte gestern ein Firmensprecher in Hamburg mit.

"Für den Fall, dass die Tchibo Holding AG Gelegenheit zur substanziellen Aufstockung ihrer Beteiligung erhält, haben die Familienmitglieder vereinbart, ihre Kräfte gegebenenfalls wieder zu bündeln", hieß es. Tchibo ist mit 30,4 % an der Beiersdorf AG beteiligt. Weitere knapp 44 % hält der Münchener Versicherungsriese Allianz, der das Aktienpaket abgeben will. Die Beiersdorf - Aktie zog gestern leicht auf etwas mehr als 114 Euro an.

Wie Dienstag bekannt wurde, wollen Günter Herz und seine Schwester aus der Tchibo-Holding ausscheiden und künftig eigene unternehmerische Wege gehen. Sie halten rund 40 % der Tchibo-Anteile. Michael, Wolfgang und Joachim Herz sowie deren Mutter Ingeburg bleiben weiterhin Aktionäre der Tchibo-Holding. Sie sind mit 60 % an der Gesellschaft beteiligt, von denen die Mutter rund 10 % besitzt.

Wie und zu welchem Preis die Mehrheitsaktionäre des milliardenschweren Tchibo-Konzerns Günter und Daniela Herz ihre Anteile abkaufen wollen, ist hingegen noch unklar. Über nähere Umstände und Einzelheiten der Transaktion haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart, heißt es.

Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen von Tchibo erfahren hat, verlangen Günter und Daniela Herz für ihren Anteil offenbar einen Preis von mehr als 4 Mrd. Euro. Der Wert der 30-prozentigen Beiersdorf-Beteiligung, die Tchibo hält, liegt derzeit bei rund 3 Mrd. Euro. Aus dem Reemtsma-Verkauf sind Tchibo rund 5 Mrd. Euro zugeflossen. Hinzu kommt der Wert des Kerngeschäfts mit Kaffee- und Gebrauchsartikeln der Tchibo-Frisch - Röstkaffee GmbH. Mit 2 Mrd. Euro dürfte dieser Wert an der untersten Grenze liegen. Damit entsprechen die 40 % an der Tchibo-Holding, die Günter und Daniela Herz gehören, tatsächlich gut 4 Mrd. Euro.

Sollten die Tchibo-Mehrheitsaktionäre der Forderung folgen, würde den verbleibenden Tchibo - Familienmitgliedern der finanzielle Spielraum fehlen, um sich das Allianz-Paket allein zu sichern, heißt es in Tchibo-Kreisen. Dass die Familienmitglieder Herz künftig weiter zusammenarbeiten wollen, falls sie sich zu einem Mehrheitserwerb von Beiersdorf entschließen sollten, ist daher verständlich.

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