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Heuberger: Jüdische Erfolgsgeschichten fehlen auf dem LehrplanDPA-Datum: 2004-07-14 14:10:18

Hamburg/Frankfurt/Main (dpa) - Die Geschichte der Juden wird nach Meinung von Wissenschaftlern im Schulunterricht zu «einseitig und verzerrend» dargestellt. «Juden kommen stets im Zusammenhang mit Konflikten, mit Kriegen und mit Angst vor», sagte Georg Heuberger, Mitglied der Kommission für die Verbreitung deutsch-jüdischer Geschichte, der Wochenzeitung «Die Zeit».

Hamburg/Frankfurt/Main (dpa) - Die Geschichte der Juden wird nach Meinung von Wissenschaftlern im Schulunterricht zu «einseitig und verzerrend» dargestellt. «Juden kommen stets im Zusammenhang mit Konflikten, mit Kriegen und mit Angst vor», sagte Georg Heuberger, Mitglied der Kommission für die Verbreitung deutsch-jüdischer Geschichte, der Wochenzeitung «Die Zeit».

Auf den Lehrplänen fehlten jüdische Erfolgsgeschichten: «Juden haben in der mittelalterlichen Stadt eine wichtige Rolle gespielt, im 19. Jahrhundert haben sie sich bis zur Gleichberechtigung emanzipiert und wurden zur Bildungselite, es gab jüdische Schriftsteller, Politiker, Mediziner (...). Juden waren nicht nur Objekte und Opfer, sondern Subjekte und Mitgestalter.»

Heuberger (58), der das Jüdische Museum in Frankfurt/Main leitet und Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts (New York) ist, will sein Anliegen mit Kultusministerien und Verlagen besprechen. Das Leo Baeck Institut hat eine 20-seitige Orientierungshilfe erarbeitet, in der Vorschläge für Schulbücher und Lehrpläne stehen. «Ich bin gegen einen isolierten Holocaust- Unterricht, bei dem man tagelang sämtliche Details über Konzentrationslager erfährt. Wir brauchen eine richtige Austarierung zwischen Verfolgungsgeschichte und positiven Seiten«, meinte Heuberger.

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